"English Dramatic Society" brilliert wieder einmal

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Annabelle Strömer, Tobias Samuelsson und Andreas Scholl in "Popcorn"
Annabelle Strömer, Tobias Samuelsson und Andreas Scholl in "Popcorn"

"Popcorn" - hinter diesem harmlosen Titel verbirgt sich ein Theaterstück, dass es in sich hat. Und in sich hatte es auch die Inszenierung dieses Stückes durch die "English Dramatic Society" (EDS), die englischsprachige Theater-AG des Gymnasiums Wildeshausen, die seit nunmehr 20 Jahren regelmäßig einmal im Jahr ein neues Stück auf die Bühne bringt.

In diesem Jahr ging es heftig zur Sache, am Ende hatten mehrere Bühnencharaktere ihr Leben lassen müssen. Zum Inhalt des Stückes: Ein erfolgreicher Hollywood-Filmregisseur, der gerade für einen überaus gewalttätigen Film einen Oscar bekommen hat, wird von den "Mall Murderers" heimgesucht, einem Pärchen, dass mordend durch die Einkaufszentern der USA zieht. Für dieses Pärchen ist der Regisseur ein Vorbild und zugleich sehen sie in seinem Film eine Legitimation für ihr verbrecherisches Handeln. Das Ziel ihres "Besuches", tritt allerdings erst nach und nach zutage - sie wollen, dass der Regisseur vor laufender Kamera und live die die Verantwortung für die Taten des Pärchens übernimmt und sie rechtfertigt. Im Verlauf des Abends werden immer mehr Personen in die Geschehnisse hineingezogen und die Situation eskaliert mehrmals bis hin zum blutigen Finale.

Die Leistungen der Schauspieler sind durchweg überzeugend. Man vergisst fast, dass es sich um Schultheater handelt, so intensiv werden die Charaktere verkörpert. Wut, Angst, Verzweiflung, Überheblichkeit - alle diese Seelenzustände nimmt man den Akteuren wirklich ab. Der EDS ist wieder einmal eine tolle Inszenierung gelungen, die wahrhaft mehr Zuschauer verdient gehabt hätte, als sich an den beiden Aufführungstagen im Forum eingefunden hatten. Jene aber, die gekommen waren, äußerten ihre Begeisterung in tosendem Applaus.


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