„Animation course for beginners“ – Besuch eines Animationsworkshops im europäischen Nachbarland Dänemark

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Bericht von Lotta Matthiesen, Q3

Animationsfilme oder -serien, wie „Der König der Löwen“ oder „Avatar: The Last Airbender“ sind für viele Menschen längst zu Klassikern geworden und vor allem aus der Kindheit nicht mehr wegzudenken. Doch wie genau entstehen eigentliche solche Animationswerke und wie viel Arbeit steckt in diesen? Um Antworten auf diese Fragen zu bekommen, stieg ich am 9. Oktober 2020 in einen Zug Richtung Viborg, einer kleinen Stadt in der Mitte Jütlands, Dänemark. In dieser Stadt befindet sich die Universität „The Animation Workshop“ die zum „VIA University College“ gehört und zu den besten Animationsschulen Europas zählt. Dort belegte ich für vier Tage den „Fall Animation Course for Beginners“. Dieser startete am Morgen des nächsten Tages in einem kleinen Raum der Schule, wo ich mich mit den ca. 20 anderen Teilnehmern aller Altersklassen des Kurses traf. Schnell wurde dabei klar, dass ich eine der wenigen war, die nicht in Dänemark lebte. Dies stellte allerdings kein allzu großes Problem dar, da der Kurs in Englisch gehalten wurde und alle freundlich genug waren, sich meistens auf Englisch zu unterhalten. Unsere Lehrerin war Anne Hoberg Overgaard, die selbst an der Schule studiert hatte und nun als freiberufliche Illustratorin und Animationskünstlerin arbeitet.

Der Aufbau des Kurses war jeden Tag ähnlich. Am Morgen trafen wir uns zunächst alle gemeinsam, um Grundlagen der Animation zu besprechen und meistens auch einige kurze Filme zu schauen. Anschließend arbeiteten wir an verschiedenen Aufgaben, die die erlernten Grundlagen vertiefen sollten, so animierten wir einen Ball der auf der Stelle bzw. später über den ganzen Bildschirm sprang. Eine weitere Aufgabe bestand darin, einen kurzen Loop zu animieren, also eine Handlung, die sich endlos wiederholen kann. Vor der Mittagspause trafen wir uns meistens für die sogenannte „Dailies“. Gemeinsam guckten wir uns die einzelnen Arbeiten aller Teilnehmer an und unsere Leiterin gab uns Feedback, an welchen Stellen wir uns noch verbessern könnten. Nach der Mittagspause durften wir jeden Tag an unserem eigenen Projekt arbeiten. Dafür hatten wir die Aufgabenstellung bekommen, die Reaktion auf einen Anruf darzustellen. Bei dieser Aufgabe ging es nicht darum, am Ende ein fertiges Produkt zu haben, sondern vielmehr die einzelnen Stufen zu durchlaufen, die die Erstellung einer Szene erfordert. Diese hatte uns Anne bereits vorher durch anschauliche Beispiele berühmter Animationsfilme, wie Aladdin oder Ariel, gezeigt. Dabei wurde uns schnell klar, dass ein 2D Animationsfilm viel Arbeit benötigt. Tatsächlich wird bei dieser Animationstechnik immer noch jeder Frame selbst gezeichnet. Dies kann man sich ähnlich vorstellen wie bei einem Daumenkino, nur halt an einem Computer. Dieser unterstützt den Zeichner dabei, bestimmte Teile der Szene zu kopieren oder zum Beispiel den Hintergrund auf „hold“ zu stellen, so dass dieser nicht in jedem Frame aufs Neue gezeichnet werden muss. Doch jede einzelne Bewegung und die einzelnen „In-Betweens“, also die Zeichnungen zwischen einzelnen Bewegungen, müssen per Hand selbst gezeichnet werden. Glücklicherweise hatte uns die Schule erlaubt, auch nach Ende des Kurses weiter dort zu bleiben, um an unseren Animationen zu arbeiten, so dass es auch mal passieren konnte, dass wir erst am Abend das Schulgebäude verließen, obwohl der Kurs bereits Stunden zuvor geendet hat. Insgesamt kann ich sagen, dass ich durch den Workshop einen guten Einblick in die Arbeit von Animationskünstlern erlangt habe und gerne an die Zeit in Viborg zurückdenke.

 

Link zur Webseite des renommierten VIA University College:

https://animationworkshop.via.dk/


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