Das Bild des Monats 2023

Jeden Monat erscheint ein neues Bild - gemalt, ausgewählt und beschrieben von Schüler*innen unserer Schule.

Die Fachschaft Kunst wünscht viel Spaß beim Anschauen!

Januar 2023

ausgesucht und vorgestellt von Maren Brünger

Zunächst möchte ich mich ganz kurz vorstellen. Mein Name ist Maren Brünger, ich bin 18 Jahre alt, bin gerade in der Q1-Phase und interessiere mich sehr für die Kunst. Besonders spannend finde ich den Impressionismus und auch Kunstwerke, bei denen verschiedenste Medien zusammenkommen.

Ich habe dieses Bild für das Bild des Monats ausgewählt, weil es mich direkt emotional angesprochen hat. Aus meiner Sicht ist die Komposition gut gewählt und die Farben dazu sehr passend eingesetzt. Es ist ein Gemälde im Querformat in Acryl- und Wasserfarben.

Zentral im Bild erkennt man einen Bach, der mittig nach hinten verläuft. Auf der linken Seite sehe ich einen Fels, rechts wachsen am Rande des Baches Bäume. Im rechten Hintergrund ist eine Wiese angedeutet, ein Sonnenuntergang zeigt sich im Himmel. Die Erhöhung auf der linken Bildseite ist in dunklen Brauntönen gemalt und der Bach erscheint in einem Grau-Blau. Die Wiese, auf der die Bäume wachsen, ist grün, es gibt räumlich gesehen einen Verlauf von Hell (vorne) zu Dunkel (hinten). Die Farben des Himmels gehen ineinander über von warmen zu kalten Farben. Die Bäume am Horizont sind hinter dem Lichteinfall ganz schwarz. Helle Farben wurden offensichtlich mit Wasserfarben aufgetragen und dunklere Bereiche (wie die schwarzen Bäume) höchstwahrscheinlich mit Acrylfarbe.

Die Bildwirkung beinhaltet durch die Führung des Baches eine abfallende Bewegung. Die rechte Bildhälfte nimmt zwei Drittel des Bildes ein und bildet motivisch und bildsprachlich einen Gegensatz zum linken Drittel des Bildes. Dadurch entsteht eine Spannung im Bild. Mich erinnert die rechte Bildhälfte sehr an die Marschwiesen in Wildeshausen.

Für mich drückt das Bild eine starke Ruhe und Idylle aus. Es hat eine starke ruhige Atmosphäre und Wirkung, obwohl auch viel bewegende Elemente in diesem Bild zu finden sind.

Der tiefere Sinn des Bildes liegt wahrscheinlich in der Botschaft, dass die Natur eine solche Ruhe ausstrahlen kann.

Ich persönlich würde den Ort, der möglicherweise Vorbild oder Anlass für dieses Gemälde war, gerne auch einmal im Original sehen.

Besonders faszinierend finde ich an diesem Bild außerdem auch die Nutzung beziehungsweise das sich ergänzende Zusammenspiel von Wasser- und Acrylfarben. Die Wasserfarbe bewirkt ein Ineinanderlaufen von Farben, sodass der Kontrast zu den in Acryl gemalten und deutlich abgegrenzten Bäumen noch verstärkt wird. Ich persönlich würde mir dieses Bild in ein Zimmer hängen, in dem man ruhige Stunden verbringt.

Februar 2023

ausgesucht und vorgestellt von Mattis Becker

Mein Name ist Mattis Becker, ich bin 14 Jahre alt und ich bin aus der Klasse 9b. Meinen persönlichen Bezug zur Kunst habe ich eigentlich schon seit dem Moment, in dem ich in der Lage war, mit einem Stift auf einem Blatt zu kritzeln. Seitdem hat mich alles rund um das Thema Malen und Zeichnen nicht mehr losgelassen. Von klein an bin ich also kreativ und gestalterisch tätig und begeistere mich für Bilder. Dazu gehört auch das Ansehen von Bildern. Deshalb freut es mich, dass ich das Bild des Monats aussuchen und etwas dazu schreiben kann. Ich habe mir dieses Stillleben ausgesucht, weil es mit seinen intensiven Farben besonders leuchtend erscheint und ich die Zusammenstellung der einzelnen Bildmotive spannend finde.

Das Bild ist im Hochformat und wurde mit Acrylfarben gemalt. Von oben nach unten betrachtet sieht man zuerst am oberen Bildrand einen Ast im Anschnitt, der wahrscheinlich von einem Baum absteht. An ihm hängt eine blaue, medizinische Maske. Sie ist an einem der Bänder an einen Nagel oder ähnliches gehängt, der aus dem Ast herausragt. Die Maske nimmt den Großteil des oberen linken Bildteils ein und ihre hellblaue Farbe leuchtet vor dem sehr dunklen Hintergrund besonders stark. Im nach unten hinhängenden Bändchen der Maske scheinen Blumen, kleine Äste und eine rote Anzugsfliege wie verheddert zu sein, denn das Maskenband hält sie in ihrem oberen Drittel wie gebunden zusammen. Dieses „Blumengebinde“ ist von oben links nach rechts unten hängend dargestellt und nimmt den Hauptteil des Bildes ein.

Mir persönlich kommen viele Gedanken, wenn ich überlege, was die/der Schüler/in, die oder der das Bild gemalt hat, damit wahrscheinlich inhaltlich ausdrücken wollte. So steht die Maske sicher für die Corona-Pandemie. Die Blumen könnten für mehrere Dinge stehen und meiner Meinung nach verschiedene Bedeutungen haben. Die Blumen könnten zum Beispiel für die Wiederentdeckung der Bedeutung der Natur zu Zeiten des Lockdowns stehen. Gleichzeitig könnten sie auch auf die Umweltverschmutzung durch willkürlich weggeworfene Masken verweisen. Die abgeschnittenen, eher leblosen braunen Äste drücken für mich etwas Trauriges aus, was auch passend ist für die Zeiten des Lockdowns, die dieses Bild anscheinend als Grundthema hat.

März 2023

ausgesucht und vorgestellt von Madita

Ich bin Madita (15), gehe in die neunte Klasse und habe dieses Bild des Monats ausgesucht. Kunst war schon immer eines meiner Lieblingsfächer. Ich liebe es, meine eigenen Vorstellungen in Bildern selbst umsetzen zu können und ich liebe es auch, mir Bilder von anderen anzusehen. Bilder drücken oft viel mehr aus als einem im ersten Moment vielleicht auffällt und jeder sieht etwas anderes in ihnen. Ich freue mich daher sehr darüber, dass ich hier das "Bild des Monats" aussuchen und meine Gedanken dazu äußern kann.

Das, was mich an dem Bild so besonders anspricht, ist die Dynamik. Meiner Meinung nach ist es sehr anspruchsvoll, Bewegungen in einem unbewegten Bild darzustellen, aber genau das ist hier gelungen. Wenn man das Bild anschaut, spürt man die Angespanntheit des Springers und die Stimmung des Bildes überträgt sich auf den Betrachter. Die Zeichnung ist im Hochformat angefertigt worden und zeigt eine Person in hochgekrempeltem Kapuzenpulli, Hose und Schuhen. Die Kapuze ist dabei so tief nach unten gezogen, dass sich das Gesicht nicht erkennen lässt. Die Person befindet sich im Sprung, die Hände sind nach hinten geworfen, das rechte Bein ist in Richtung des geneigten Kopfes angewinkelt und das linke Bein ist gestreckt. Der Springer ist alleine auf dem Bild zu sehen, es gibt also keine weiteren Motive im Hintergrund.

Wenn ich das Bild angucke, denke ich an Freiheit! Der Springer ist komplett von allem gelöst. Es gibt keinen motivischen Hintergrund und er ist ganz bei sich. Der Sprung vermittelt eine kraftvolle Stimmung. Der Stil des Bildes erinnert mich etwas an den des Künstlers Banksy. Wie bereits erwähnt fasziniert mich an diesem Bild besonders die Bewegung, die vermittelt wird, aber auch die Lichtgebung ist gut gemacht. Licht und Schatten machen die Zeichnung realistischer, die Figur wirkt dreidimensional und die Dynamik wird verstärkt.

Es beeindruckt mich sehr, was man alles nur mit Grau und Schwarz auf Papier machen kann. Ich würde mir das Bild definitiv in meinem Zimmer aufhängen.

April 2023

ausgesucht und vorgestellt von Linus Reumann

Mein Name ist Linus Reumann und ich gehe in die zehnte Klasse. Mein Bezug zu Kunst ist zum größten Teil im Kunstunterricht entstanden.

Ich habe mich für gerade dieses Bild entschieden, da es durch seine auffällige Gestaltung, sprich den zerspringenden Spiegel, die rote Farbe und die auffällige Schrift sofort ins Auge sticht.

Das Gemälde wurde im Hochformat angefertigt und es wurden anscheinend Fragmente eines zerbrochenen Spiegels aufgeklebt: Man sieht im Vordergrund des Bildes einen Spiegel, welcher in sehr viele kleine einzelne Splitter zerspringt. Im Hintergrund sieht man eine Vase, welche die rote Farbe, die das ganze Bild erfüllt, wiederspiegelt. In dieser steht eine Blume, welche vereinzelt Blüten verliert. Rechts hinter dem Spiegel stehen zwei rote, schwer erkennbare Gegenstände. Das Bild ist mit dem Schriftzug „I´m alive“ beschriftet.

Das Bild erinnert ein wenig an eine Art Film-Cover, welches die Aufgabe hat, durch auffällige Gestaltung Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen und dem Betrachter schon einmal einen Eindruck von einem Film beziehungsweise einer Geschichte zu geben. Durch die Gestaltung und die Kontraste werden beim Betrachter Spannung und Interesse erzeugt. Wenn man dieses Bild sieht, könnte man auch an eine Geschichte denken: Das Bild könnte zum Beispiel die Illustration zu einer spannenden, gruseligen Geschichte sein. Der Gestalter dieses Bildes hat möglicherweise ein Gemälde gewollt, welches sofort ins Auge fällt und spannend und ungewöhnlich ist.

Faszinierend ist an diesem Bild besonders die spannende Gestaltung des Bildes und die wirkungsvolle Nutzung der roten Farbe. Obwohl mir persönlich das Bild sehr gefällt und ich es gerne ansehe und mir meine Gedanken dazu mache, würde ich es dennoch nicht bei mir zuhause aufhängen. Zum Anschauen gefällt mir das Bild, an der Wand zuhause wäre es für mich aber zu düster.

Linus Reumann, 10a

Mai 2023

ausgesucht und vorgestellt von Fenna

Ich heiße Fenna und besuche die Klasse 7a. Nicht nur in der Schule, sondern auch zuhause male und zeichne ich sehr gerne, am liebsten male ich mit Acrylfarben. Für das „Bild des Monats“ habe ich dieses Bild ausgesucht. Es faszinierte mich sofort, denn es wirkt auf mich wie „echt“ und sehr dreidimensional. Man hat das Gefühl, dass hier viel Tiefenraum zu sehen ist.

Das Bild ist im Querformat gestaltet worden und zeigt drei deutlich erkennbare Fahrzeuge und auch Häuser. Bei den Häusern handelt es sich um Hochhäuser. Im Vordergrund ist ein schräg angeordnetes gelbes Auto zu sehen, das anscheinend gerade in Bewegung ist, denn auf der linken Bildseite verschwimmt der Umriss nach links hin, wie in einer schnellen Bewegung. Im Mittelgrund befinden sich ebenfalls Autos. Diese Fahrzeuge sind verschwommen zu sehen, so als wären sie in Bewegung und außerdem weiter entfernt. Der Hintergrund rechts ist verschwommen und es wirkt, als ob es generell nach hinten hin dunstig ist, sodass man dort nicht mehr alles deutlich erkennen kann.

Das Motiv erinnert mich an eine große Stadt. Ich könnte mir vorstellen, dass hier gerade etwas passiert sein könnte und ein Unfall dargestellt ist: Das große rote Fahrzeug im Hintergrund steht quer zur Straße und die blaue Stelle darüber könnte ein leuchtendes Blaulicht darstellen. Dann könnte es sich hier also um ein Feuerwehrauto handeln, das gerade in einem Einsatz ist.

Ich vermute, dass dieses Bild digital erstellt worden ist, denn es wirkt teilweise flächig und man kann keinen Pinselduktus erkennen.

Wer dieses Bild gemalt hat, wollte meiner Meinung nach den Trubel und die Bewegung in der Großstadt zeigen, denn bis auf das schmale, turmähnliche Haus im Hintergrund sieht man überall Bewegung. Ich finde, dass das technisch wirklich gut gemacht wurde.

Obwohl mir das Bild wirklich sehr gut gefällt und ich es als Bild des Monats gewählt habe, würde ich es mir trotzdem nicht zuhause an die Wand hängen, denn dafür eignet sich das Motiv nicht: Es würde nicht zu meinem Zimmer passen.

Juni 2023

ausgesucht und vorgestellt von Laura Althoff

Mein Name ist Laura Althoff und ich gehe in die Klasse 7a. Mit Kunst verbinde ich allgemein, frei und kreativ sein zu können. Malen mag ich mehr als Zeichnen, weil ich Farbe besonders gerne mag und die Farbe beim Malen mehr im Vordergrund steht als beim Zeichnen. Ich habe dieses Bild für das „Bild des Monats“ ausgesucht, weil ich es sehr beeindruckend finde, wie dreidimensional die Paprika hier wirkt. Das Motiv finde ich originell, denn eine Paprika schaut man sich sonst nicht so genau an.

In dem hochformatigen Bild ist eine gelbe Paprika zu sehen in leichter Aufsicht. Man kann den Paprika-Stiel sehen. Die Paprika füllt den mittleren Bereich vom Format aus und ist das einzige Bildmotiv. Der Hintergrund ist nur angedeutet. Man kann den Farbverlauf gut sehen, der auch bei einer echten Paprika zu sehen ist: Man sieht Licht- und Schattenbereiche. Die Oberfläche der Paprika ist so wiedergegeben, wie sie sich auch in der Wirklichkeit anfühlen würde: Spiegelglatt.

Ich vermute, dass diese farbige Zeichnung mit qualitativ hochwertigen Buntstiften oder mit Pastellkreiden angefertigt wurde.

Die Paprika-Frucht in Verbindung mit den verschiedenen Gelbtönen erinnert mich an den Sommer. Ich denke, dass es sich bei diesem Bild um eine Art Studie handelt und dass die oder der Schüler*in hier die zeichnerische Darstellung von Licht- und Schattenflächen einer glatten Oberfläche üben wollte. Mir gefällt der Farbverlauf sehr. Ich habe selber schon das Zeichnen ähnlicher Farbverläufe ausprobiert und weiß, wie schwer das ist. Es ist sehr anspruchsvoll, ein rundes dreidimensionales Objekt so zu zeichnen, dass es naturnah aussieht. Zuhause würde ich mir eine Studie nicht aufhängen, aber ich finde, dass man dieses Bild auf jeden Fall in der Schule an die Wand hängen sollte.

Juli 2023

ausgesucht und vorgestellt von Marlin Alder

Mein Name ist Marlin Alder und ich besuche die Klasse 10b. Mein persönlicher Bezug zur Kunst besteht nicht unbedingt im praktischen Arbeiten. Ich sehe mir Kunstwerke sehr gerne an und mich interessieren die Hintergründe und Zusammenhänge. Für das Bild des Monats habe ich ein abstraktes Werk gewählt, weil ich dieses Bild besonders ansprechend finde. Auf den ersten Eindruck ruft es spontan Gefühle hervor.

Das Bild wurde im Hochformat angefertigt. Da man an mehreren Stellen sehen kann, dass die flüssige Farbe teilweise sehr pastos aufgetragen wurde, nehme ich an, dass es mit Acrylfarben gemacht wurde. Das Bild ist fast monochrom: Man sieht nur Grüntöne und ein wenig Weiß. Hier wurde nicht nur mit einem Pinsel gearbeitet, sondern die Farbe wurde zum Teil auch auf den Bildträger getropft. In der Mitte ist das gesamte Bild insgesamt heller und wird zu den Bildrändern hin dunkler. Der „helle Kern“ in der Mitte erzeugt fast die Illusion, als ob es räumlich nach innen gehen würde. Oder anders herum ausgedrückt: Aus dem Mittelpunkt „quillt“ es sozusagen nach außen, besonders nach oben links.  Das Bild erinnert mich nicht an ein bestimmtes Bildmotiv. Es scheint, als ob es einfach ein Zusammenspiel von Ruhe und Dynamik zeigt. Ich glaube nicht, dass darüber hinaus ein tieferer Sinn in dem Bild steckt, sondern dass es hier einfach um Farbe und Malweise als Ausdruck geht. Das Bild zeigt eine große Dynamik. Diese abstrakte Malweise erinnert mich ein bisschen an Action Painting. Es gefällt mir, wie hier mit reduzierter Farbpalette ganz viel Ausdruck erzeugt wird. Dieses Bild würde ich mir auf jeden Fall zuhause aufhängen und es mir gerne jeden Tag ansehen.

August 2023

ausgesucht und vorgestellt von Paulina Lindenthal

Ich heiße Paulina Lindenthal und komme aus der Klasse 10a. Kunst ist sozusagen ein Teil meiner Persönlichkeit: Seit ich einen Stift halten kann, zeichne und male ich. Mich interessiert absolut alles rund um Kunst- sowohl im eigenen praktischen Arbeiten als auch in der Rezeption von Kunstwerken. Einer meiner größten Wünsche ist es, den Louvre zu besuchen.

Ich habe dieses Bild als „Bild des Monats“ ausgesucht, weil es mir ein wohliges Gefühl gibt beim Anschauen: Man hat sofort den Eindruck, dass man sozusagen selber mitten im Bild, beziehungsweise mitten in dieser Stadtlandschaft, steht. Es erweckt bei mir einen frühlingsähnlichen Eindruck: Man spürt die aufkommende Wärme. Das ist umso erstaunlicher, wenn man sich die Farbgebung ansieht, denn es wurde sparsam mit Farben umgegangen. Es wurden nur Grau- und Brauntöne sowie Schwarz und Weiß verwendet. Das querformatige Bild zeigt eine Großstadtansicht. Im Mittelpunkt suggeriert das Licht die aufgehende Sonne und es sind Hochhäuser zu sehen. Es fährt gerade ein Auto vorbei, und zwar so, als würde es direkt am Betrachter vorbeifahren. Die Bildmotive wurden teilweise ziemlich stark abstrahiert. Außerdem wird mit den Mitteln „Tiefenschärfe“ und „Unschärfe“ gespielt, sodass sehr viel Dynamik entsteht. Am linken Bildrand scheint ein Fahrzeug die Sicht zu versperren. Dadurch wird umso mehr der Eindruck erweckt, man würde gerade mitten in der Stadt stehen. Der Betrachterblick führt ins Zentrum, das sich in der linken Bildhälfte befindet.  Das Bild ist perspektivisch sehr interessant gestaltet. Der Betrachter bekommt das Gefühl, mit im Geschehen zu sein. Man hat den Eindruck, dass man die Hektik und den Autolärm der Großstadt hören könnte. Das ist mit Sicherheit auch die Botschaft, die dieses Bild vermitteln soll: Die Großstadt mit ihrem Lärm, der Hektik und der Bewegung. Besonders beeindruckend an diesem Bild finde ich die Perspektive, weil sie ungewöhnlich ist. Meiner Meinung nach kann nur jemand mit viel Erfahrung in perspektivischer Darstellung so ein Bild anfertigen. Dieses Bild würde ich mir gerne zuhause aufhängen.

September 2023

ausgesucht und vorgestellt von Nick Wohlgethan

Ich bin Nick Wohlgethan aus der Klasse 11b und begeistere mich besonders für Fotografie, denn in meiner Freizeit fotografiere ich sehr gerne. Außerdem sehe ich mir gerne Kunstwerke an.

Als Bild des Monats habe ich diese Zeichnung ausgewählt, denn ich fand sie auf Anhieb sehr schön und interessant. Auf den ersten Eindruck erinnert mich das Bild an Silvester oder an eine Veranstaltung im Sommer mit Feuerwerk. Das Bild ist in einem schmalen Hochformat angefertigt. Zu sehen ist von links nach rechts betrachtet ein Steg, ein großer See und ein Boot mit zwei Menschen darin. Die Menschen sind als Rückenfiguren dargestellt. Im Hintergrund ist eine Berglandschaft zu erkennen. Die obere Bildhälfte besteht aus Himmel und dort leuchtet gerade ein Feuerwerk, dessen Farben sich im Wasser des Sees spiegeln. Die Farbe Schwarz überwiegt, wodurch die Primär- und Sekundärfarben noch mehr zum Leuchten gebracht werden. Für die Anfertigung dieses Bildes wurde wahrscheinlich schwarzes Papier genommen, worauf dann mit farbigen Kreiden gezeichnet wurde. Die Zeichnung ist nicht nur durch das Schwarz und Weiß sowie durch die kontrastierenden Farben voller Gegensätze: Insgesamt ist hier ein Gegensatz aus Ruhe (das stille Wasser, die weite Landschaft) und Romantik (das Pärchen im Boot) auf der einen und Dynamik (das Feuerwerk, die dynamische Linienführung in der oberen Bildhälfte) auf der anderen Seite zu erkennen. Ganz besonders gefällt mir die Darstellung der Spiegelung des Feuerwerks, denn sie verleiht dem Bild eine räumliche Tiefe. Diese Zeichnung würde ich mir zuhause aufhängen, denn sie gefällt mir wirklich sehr gut.

Oktober 2023

ausgesucht und vorgestellt von Jarik Sölter

Mein Name ist Jarik Sölter. Ich bin aktuell 15 Jahre alt und komme aus der Klasse 10a. Kunst betreffend habe ich ein Interesse an kunstgeschichtlichen Werken aus unterschiedlichen Epochen und ich habe mir auch schon einiges im Original angesehen. Besonders inspirierend finde ich generell Bilder, die Gefühle ausdrücken sowie solche, die Raum lassen für mehr als eine Interpretation.

Die Schattenbereiche und der Warm-Kalt-Kontrast haben mich an diesem Bild sofort fasziniert und deshalb habe ich dieses Bild ausgewählt als Bild des Monats Oktober.

Das in einem schmalen Hochformat angefertigte farbige Bild wurde wahrscheinlich mit flüssigen Farben gemalt. Eine Signatur unten im Bild kann man auch erkennen, aber den vollen Namen kann ich nicht entziffern. Im Vordergrund steht, noch in der linken Bildhälfte, eine wahrscheinlich weibliche Person in einem hellen, goldenen, ärmellosen Gewand. Wir sehen sie als Rückenfigur, also von hinten. Sie trägt die Haare offen und ihre Arme liegen eng am Körper an. Der Blick der Person geht nach rechts unten, soweit man das beurteilen kann. Der Betrachter sieht nicht, was genau sie anschaut. In ihrer rechten Hand hält sie einen kleinen schwarzen Gegenstand. Hierbei könnte es sich um eine Taschenlampe handeln. Die Figur wird sichtbar an ihrer Vorderseite von einer Lichtquelle angeleuchtet. Im Hintergrund befinden sich dunkle Silhouetten, umgeben von blauem Licht. Wahrscheinlich handelt es sich hier um große Bäume. Der untere Bildabschnitt ist durch eine Art Nebel verschleiert. Es scheint Nacht zu sein.  

Das Bild wirkt insgesamt so, als wäre hier eine fantastische Sagengestalt dargestellt, die offensichtlich furchtlos nachts alleine im Wald steht. Es entsteht eine Wirkung des Unheimlichen und der Spannung. Der Betrachter bekommt den Eindruck, dass hier gerade etwas Unheimliches passiert oder passiert ist. Es könnte sogar etwas Schreckliches sein, das hier soeben stattgefunden hat- da der Betrachter den Gesichtsausdruck der Figur nicht sehen kann, bleibt sehr viel Spielraum für Spekulation. Trotzdem gehe ich persönlich davon aus, dass das Bild an sich auch noch einen tieferen Sinn hat. Zum Beispiel könnte sich die oder der Urheber des Bildes hier der eigenen Angst stellen. Auf jeden Fall ist die unheimliche Atmosphäre absichtsvoll erzeugt worden. Da sich in diesem Bild alles auf die eine Person konzentriert und unser Blick durch den ausgeprägten Hell-Dunkel-Kontrast und den leichten Komplementär-Kontrast von Blau-Orange immer wieder zu der Mädchen-Silhouette geleitet wird, konzentriert sich alles im Bild auf sie. Sie sieht etwas, was wir nicht sehen können. Das regt die Fantasie und Gedanken des Betrachters sehr an. Für mich ist klar, dass hier jemand nicht nur einfach ein Bild zur Dekoration gemalt hat, sondern ein Bild mit einer tieferen Botschaft schaffen wollte.

Dieses Bild finde ich sehr faszinierend. Das Blau leuchtet sehr stark und obwohl alles „verschwommen“ dargestellt ist, sehen wir die Bildgegenstände dennoch detailliert.

Ich würde mir dieses Bild zuhause über meinen Schreibtisch hängen, da ich finde, dass man es sich stundenlang ansehen und immer wieder darüber nachdenken kann.

November 2023

ausgesucht und vorgestellt von Esma Günay

Mein Name ist Esma Günay. Ich bin 12 Jahre alt und komme aus der Klasse 7d. Mit Kunst verbindet mich ziemlich viel. Manchmal zeichne ich zum Spaß und zur Entspannung, manchmal ist das aber auch für mich eine ernsthafte Auseinandersetzung: Ich versuche dann, zeichnerische Lösungen zu finden.
Seit etwa zwei Jahren führe ich ein Skizzenbuch, in das ich täglich oder wöchentlich zeichne. Die Häufigkeit hängt immer davon ab, wie ich Zeit und Lust zum Zeichnen habe. Bei den Motiven in meinem Skizzenbuch handelt es sich hauptsächlich um Menschen. Meine Inspirationsquelle sind Manga- Zeichnungen, aber ich versuche, meinen ganz eigenen Stil zu finden. Dabei sind mir Kreativität und Farbe besonders wichtig.
Diese Zeichnung mochte ich auf Anhieb sehr, denn erstens ist die Zeichnung in der Technik entstanden, die ich selber hauptsächlich nutze und zweitens beeindruckt mich die Detailgenauigkeit. Deshalb habe ich diese Bleistiftzeichnung für das Bild des Monats November ausgesucht. Zu sehen ist hier im Hochformat eine männliche Person, die eine sehr grobe, dicke Kette um den Hals trägt. Die Zeichnung wurde anscheinend mit Bleistiften unterschiedlicher Härtegrade angefertigt. Unten rechts ist eine eher gröbere Kreuzschraffur zu sehen. Für den Halsbereich wurde wahrscheinlich ein Estomper benutzt. Das Schwarz ist zum Teil so dunkel, dass hier eventuell nicht ein Bleistift, sondern wirklich schwarze Farbe
eingesetzt wurde. Die Highlights können nicht durch das Wegradieren der Bleistiftspuren entstanden sein, da die Glanzlichter heller sind als die Farbe des Papiers. Deshalb nehme ich an, dass hier zum Beispiel ein weißer Gelstift zum Einsatz gekommen ist. Ich vermute, dass eine Person aus der Oberstufe diese Zeichnung angefertigt hat.
Die dargestellte Person hat einen hohen Wiedererkennungswert: Es handelt sich ganz deutlich um den südkoreanischen Sänger „V“, der ein K-Pop-Idol (Idol aus der „Korean Popular Music“) ist und zur bekanntesten Musikgruppe dieser Richtung gehört. Deshalb vermute ich, dass hier in der Zeichnung kein tieferer Sinn steckt, sondern dass es hauptsächlich um die naturnahe Abbildung der dargestellten Person geht. Möglicherweise ist der oder die Urheber/in dieser Zeichnung ein Fan der dargestellten Person. Besonders faszinierend finde ich die Realitätsnähe des Erscheinungsbildes und den hohen Wiedererkennungswert. Der gekonnte Umgang mit dem Bleistift ist sehr beeindruckend. Der Gegensatz von skizzenhaft angelegten Bereichen (rechts unten) und extrem detailgenauen Stellen (die Haare zum Beispiel) ist sehr interessant. Deshalb und auch, weil ich selber den dargestellten Sänger mag, würde ich mir diese Zeichnung in meinem Zimmer aufhängen.

Dezember 2023

Ausgesucht und vorgestellt von : Jule Hakemann und Emma Dieszbrock.

Das Bild des Monats stellen heute zwei Schülerinnen vor und zwar in Form eines protokollierten Gespräches: Jule Hakemann und Emma Dieszbrock sind eng befreundet und haben gemeinsam das Bild des Monats ausgesucht.

Emma: Hallo, wir sind Jule und Emma und besuchen die Klasse 10c.

Jule: Wir stellen heute gemeinsam das Bild des Monats vor. Mein Bezug zur Kunst ist schon früh durch meine Großeltern entstanden. Meine Großeltern sind tatsächlich ganz kunstbegeistert und das hat dann auf mich sozusagen abgefärbt. Ich bin Kunst gegenüber sehr offen eingestellt und auch diesbezüglich sehr neugierig.

Emma: Bei mir war es sehr ähnlich, aber es waren meine Eltern, die mich schon sehr früh in Kontakt gebracht haben mit Kunst. Besonders mein Vater ist mit mir auf Reisen oft in Museen gegangen und wir haben uns dort viele verschiedene Kunstwerke angesehen. Fotografiert haben wir auch ganz viel zuhause.

Jule: Ja, und eben haben Emma und ich die große Auswahl an Bildern angesehen, aus der wir dann „unser“ Bild des Monats ausgewählt haben. Wir haben uns dann auf drei Favoriten geeinigt und uns nach kurzer Diskussion dann für dieses Bild entschieden.

Emma: Wir haben uns auf das Bild geeinigt, bei dem der Farbverlauf aus unserer Sicht sehr beeindruckend ist, denn er führt sozusagen zu dem Mädchen hin, das dort abgebildet ist.

Jule: Das Mädchen ist also der Blickfang, der Betrachterblick wird hier immer wieder hingelenkt. Das Bild wurde übrigens in einem quadratischen Format angefertigt, das finde ich auch eher ungewöhnlich. Ich glaube, das Bild wurde digital erstellt… Was meinst du, Emma?

Emma: Ich glaube das auch, denn dieser Farbverlauf von den Bildrändern hin zum Mittelpunkt des Bildes wäre mit flüssiger Farbe kaum so gleichmäßig machbar und wäre dann wohl auch nicht so deutlich zu sehen.

Jule: Zu sehen ist eine junge Frau mit rötlichen schulterlangen Haaren, man sieht den Kopf bis zur Brusthöhe in der Bildmitte. Sie ist im Profil dargestellt. Sie schaut vom Betrachter aus gesehen nach rechts.

Emma: Man kann auf jeden Fall trotz der Profilansicht ihren Gesichtsausdruck erkennen. Sie lächelt.

Jule: Sie lächelt? Meinst du wirklich?

Emma: Ja, man kann auch das Strahlen in den Augen sehen.

Jule: Das mit dem Strahlen stimmt. Es wirkt, als ob es aus ihr regelrecht herausstrahlt.

Emma: Und schaue dir ihre Augen an: Dort leuchtet es, als ob es von innen heraus leuchtet. Das kann doch nur positiv wirkend gedeutet werden und als eine Art Lächeln. Das Helle um sie herum wirkt wie ihre eigene Lichtkugel, die sie mit sich trägt. Die Lichtquelle könnte zwar auch hinter ihr sein, aber dagegen spricht das Licht auf der uns zugewandten Schulter. Wenn die Lichtquelle vom Betrachter aus gesehen hinter dem Mädchen liegen würde, müsste sich auf der uns zugewandten Schulter und der gesamten Hals- und Gesichtsseite ein dunkler Schatten befinden. Aber auch auf der uns zugewandten Seite leuchtet es tatsächlich hell.

Jule: Ja, genau. Es sieht aus, als ob sie das Licht mit sich in den Raum hineinbringt. Der Fokus liegt auf jeden Fall auf ihrem Gesicht, besonders, weil hier ein deutlicher Kontrast zum Hintergrund und zu ihrer Jacke besteht.

Emma: Ich finde generell, dass viel mit ähnlichen Farbtönen gearbeitet wurde. Das ist zum Beispiel der Fall bei ihren Lippen, der Haarfarbe und im Hintergrund sehen wir ebenfalls ein Orange, das in Gelb übergeht. Wir sehen hier also viele warme Farbtöne, die sich an mehreren Stellen im Bild wiederholen. Dasselbe gilt für die Farbe Grün.

Jule: Und um noch einmal zur Beschreibung zurück zu kommen: Sie hat eine Frisur mit einem Pony und trägt die Hälfte ihrer Haare hochgebunden.

Emma: Außerdem trägt sie eine Kette und vier Ohrringe in dem uns zugewandten Ohr.

Jule: Ich denke, dieses Bild hat eine Schülerin oder ein Schüler der Oberstufe gemalt. Es ist sehr schwer, so etwas digital zu malen. Die Proportionen des Gesichts sind realitätsnah und insgesamt sieht es sehr naturnah aus.

Emma: Mich beeindruckt diese technische Fähigkeit beim Malen sehr, besonders die Mischung aus fiktiven und realitätsnahen Elementen. Im Hintergrund ist gar kein Motiv erkennbar und der Betrachter kann noch nicht einmal ausmachen, ob sich das Mädchen im Innen- oder Außenraum befindet. Wir sehen außer der ziemlich naturnahen Darstellung des Mädchens nur die Farbe Grün und einen Lichtkegel.

Jule: Auf inhaltlicher Ebene kommen einem beim Betrachten so auch sofort mehrere mögliche Ebenen in den Sinn: Beißt hier jemand die Zähne zusammen? Ist das Lächeln nur angedeutet? Ist sie in Gedanken versunken? Woran mag sie denken? Es wirkt teilweise surreal, als wäre hier etwas nicht ganz Reales dargestellt.

Emma: Ich habe eben auch schon gedacht, dass es mich irgendwie an eine Art Bild aus einem Märchen erinnert.

Jule: Also wenn du das so sagst… das könnte zum Beispiel Rotkäppchen sein. Auf jeden Fall wirkt es so, als würde ein warmes Strahlen von ihr ausgehen. Ich finde es schwierig festzulegen, ob es sich hier um ein inneres Strahlen oder aber doch um einen dargestellten inneren Konflikt handelt.

Emma: Aus meiner Sicht ist hier kein innerer Konflikt dargestellt. Ich bin da eher bei dir, dass es ein Lächeln ist. Dafür sprechen auch die warmen Farben.

Jule: Da wir gerade von Farben sprechen: Hier herrscht auch ein deutlicher Hell-Dunkel-Kontrast vor. Dadurch entsteht die Wirkung, dass sich das Motiv sehr einheitlich vom Hintergrund abhebt und der leuchtende Lichtkegel wird betont. Gibt es auch Komplementärkontraste?

Emma: Nur Rot-Grün, das ist der einzige Komplementärkontrast. Die Wirkung, die dadurch entsteht ist auch die, dass die ganze Aufmerksamkeit des Betrachters auf das Mädchen gelenkt wird. Vor allem dadurch, dass sowohl der Hintergrund als auch die Jacke in Grüntönen dargestellt sind, wird die Kreisform in der Mitte noch betont.

Jule: Insgesamt fasziniert mich an dem Bild, wie hier zwar etwas naturnahe dargestellt wird, gleichzeitig aber die Fantasie des Betrachters so angeregt wird, dass Raum für eigene Fantasie bleibt. Das wird noch verstärkt dadurch, dass wir als Betrachter nicht wissen, wo sich das Mädchen befindet und wohin sie schaut.

Emma: Ja, das finde ich auch. Und ich bin froh über unsere Wahl, dieses Bild zum Bild des Monats zu wählen.

Jule: Ich werde an dieses Bild noch öfter denken- ich merke jetzt schon, dass es bei mir noch nachwirkt.

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