von Tasja Werner

Strukturwandel Emden - der Politik LK auf der Suche nach Antworten

von Lilli Abel

Am 05. Mai 2023 begab sich der Q2 Politik-Leistungskurs von Frau Ahmad, begleitet von Frau Arzberger, auf einen ganztägigen Ausflug nach Emden mit dem Ziel, mehr Praxiswissen über den im Unterricht behandelten Strukturwandel zu erhalten.

Die Hochschule Emden bietet Studiengänge in den Bereichen Ingenieurwissenschaften, Wirtschaft, Informatik, Sozialwissenschaften und Seefahrt an und ist auch in der Forschung äußerst aktiv. In den letzen drei Jahren führte die Hochschule Emden eine Studie zum Thema Strukturwandel in Ostfriesland durch. In der Hochschule wurden uns dann die bisherigen Ergebnisse vorgestellt, sowie für die Hochschule geworben.

Nach einem freundlichen Empfang durch die ProjektleiterInnen und AnsprechpartnerInnen, wurden wir in Form einer Präsentation zunächst über die Vielfalt und den Alltag an der Hochschule informiert.
Darauf folgte die Vorstellung des Projekts zum Strukturwandel durch den Projektleiter. Als Ergebnis konnte man festhalten, dass Emden stark vom Strukturwandel betroffen und ein Entgegenwirken von Nöten ist.

Zuletzt wurden die Ergebnisse einer Umfrage präsentiert, bei der Schüler in Ostfriesland zu den Vor- und Nachteilen ihrer Heimat befragt wurden. Zum Abschluss hatten wir die Möglichkeit, in einer entspannten Fragerunde bei Kaffee und Keksen mit den anwesenden AnsprechpartnerInnen ins Gespräch zu kommen und uns weiter auszutauschen.

Neben einem Einblick in die Hochschule Emden/ Leer konnten wir jede Menge Informationen zu dem Strukturwandel in Ostfriesland gewinnen, die wir anschliessend als Denkanstöße und Grundlagen für unsere Unterrichtsgespräche nutzen konnten. Vor allem der gemeinsame Austausch im Anschluss der Präsentationen war sehr interessant.

Danach machten wir uns auf den Weg zum VW Werk Emden. Momentan wird hier besonders der Passat produziert, jedoch sollen in den kommenden Jahren hier ausschließlich Elektrofahrzeuge hergestellt werden. Früher war das Standbein des VW-Werks Emden der Käfer, welcher dort millionenfach gefertigt wurde. VW ist damit ein bedeutender Arbeitgeber in der Region. Tausende von Mitarbeitern sind dort beschäftigt und tragen zur wirtschaftlichen Entwicklung der Umgebung bei.

VW ist Weltspitze. Daher ist es nicht verwunderlich ,wie viele Menschen dort ihrer Arbeit nachgehen. Insbesondere in der ersten von uns besichtigten Halle wurde dies deutlich. Zahlreiche MitarbeiterInnen waren in der Fertigungsstraße beschäftigt: Hier eine Schraube eingedreht, da die Türen eingebaut. Insgesamt gab es sehr viele Beschäftigte, in dieser Halle schätzungsweise etwa 250 MitarbeiterInnen. Ein riesiger Kontrast war die nächste Halle: Auch bei VW Emden ist die Zukunft angekommen und die gesamte Produktionslinie besteht aus Robotern und nur noch 12 MitarbeiterInnen!
Es war offensichtlich, dass die ArbeiterInnen ihren Beruf lieben und Energie und Begeisterung auf die BesucherInnen ausstrahlen.

Nach einem Einführungsvideo zum Konzern begann unsere Führung durch eine Produktionsstraße für Verbrennungsmotoren. Es war beeindruckend, die Abläufe und den Einsatz moderner Technologien zu beobachten. Wir sahen, wie Fahrzeugteile zusammengebaut und Motoren in die Autos eingebaut wurden - eine sehr organisierte und effiziente Arbeit.

Darauf folgte die Besichtigung der Roboterhalle, in der das Schweißen der Fahrzeugkarosserien stattfindet. Hier waren nur wenige MitarbeiterInnen zu sehen, da die meisten Arbeitsschritte von

hochmodernen Robotern übernommen werden. Die Präzision und Geschwindigkeit, mit der die Roboter arbeiteten, waren beeindruckend und verdeutlichten den Fortschritt in der Automatisierungstechnik.
Insgesamt war die Besichtigung des VW-Werks eine äußerst informative Erfahrung. Der Ausflug hat uns gezeigt, wie sich die Automobilindustrie im Zuge der technologischen Entwicklungen verändert und auf die Herausforderungen der Zukunft reagiert.

Als letzten Programmpunkt des Tages empfing uns Oberbürgermeister Tim Kruithoff im Emder Ratssaal. Aufgrund seiner Parteilosigkeit setzt er eigene Schwerpunkte in seinem Wahlkampf und konzentriert sich besonders auf Klimaschutzmaßnahmen, Zusammenarbeit mit den EinwohnerInnen sowie die Anwerbung neuer Unternehmen. Wo sonst der Rat der Stadt Emden tagt, hatten nun wir die Möglichkeit circa eine Stunde lang Fragen rund um Emden als Wirtschaftsstandort und den bevorstehenden Strukturwandel zu stellen.

Dabei waren wir vor allem daran interessiert, wie Emden mit der durch den Strukturwandel beeinflussten Ausbreitung des Tertiären Sektors umgehen wird. Kruithoff betonte dabei mehrfach, dass Emden an dem produzierenden Gewerbe als Hauptwirtschaftsträger weiter festhalten wird. Dabei soll nicht nur das VW-Werk mit der Umstellung zur Produktion von E-Autos weiterhin eine Rolle spielen, sondern auch die Schiffsbaubranche soll durch die Entwicklung von Wasserstoffmotoren oder dem Recyceln von Schiffen weiter erhalten und ausgebaut werden.
Dem Bürgermeister sind ohne ausreichende Vorbereitung keine Daten über Frauenbeschäftigungsquoten bekannt. Über angekündigte Themen konnte er ausführliche und detaillierte Antworten geben.

Unser Fazit: Emden ist eine nette Stadt, welches für einen Kurztrip oder Ähnliches genutzt werden könnte, jedoch können wir uns kein Leben dort in näherer Zukunft vorstellen. Uns bleiben besonders die schönen Erlebnisse mit der Gruppe, der Käsekuchen von Frau Arzbergers Eltern und die Gastfreundlichkeit der Menschen dort in Erinnerung.