von Elke Hohnholt

Internationales Erasmus-Treffen

Andere Länder, andere Sitten? Nicht immer!

Natürlich gibt es viele interessante Unterschiede zwischen den Ländern Europas sowie zahlreiche positive Gemeinsamkeiten. Aber leider sind auch bestimmte Verhaltensweisen universal, wie z.B. Mobbing an Schulen und am Arbeitsplatz. Dieses Thema bildete den inhaltlichen Schwerpunkt der jüngsten Mobilität des Erasmus+ Schulpartnerschaftsprojekts „B.R.I.D.GE the Gap“, in der es um das „Brückenbauen“ zwischen Menschen unterschiedlicher Länder, aber auch innerhalb der eigenen diversen Gesellschaft geht.

Unsere spanische Partnerschule in Katalonien, das Institut de Camarles, hatte für das 5-tägige Treffen von Schüler/-innen und Lehrkräften aus Koropi (Griechenland), Monza (Italien), Ivancice (Tschechische Republik) und Wildeshausen ein abwechslungsreiches Programm entworfen, das unterschiedliche Zugänge zu dem Thema bot: So wurde in acht unterschiedlichen Workshops z.B. kreativ und mit theaterpädagogischen Mitteln gearbeitet, Fälle wurden gezeigt und besprochen und ein Rap aufgenommen. Eine Besonderheit des Treffens war die Arbeit mit Joanna Gkika, einer Psychologin der griechischen Nichtregierungsorganisation „The Smile of the Child“, die Workshops in transnationalen Schülergruppen und für die Lehrkräfte gab.

Aber auch Ausflüge gehörten zum Bildungsprogramm. So besichtigten wir am Mittwochnachmittag das UNESCO Biosphärenreservat am Ebro-Delta, das für seinen Reisanbau, die Salzproduktion und vor allem für seinen Vogelreichtum berühmt ist. Hier lernten wir, wie gefährdet dieses Ökosystem aufgrund des Klimawandels ist. Am Donnerstag ging es dann nach Tarragona, einer Stadt mit bedeutenden archäologischen Ausgrabungen aus der römischen Blütezeit unter Augustus, als diese Gegend die römische Provinz Hispania war. Wenn man möchte, kann man auch aus diesen Ausflügen ableiten, wie komplex unsere Welt ist und welche dramatischen Auswirkungen persönliche Handlungen bwz. politische Entscheidungen haben können.

Aber natürlich bildete auch die gemeinsam verbrachte Freizeit der Schüler/-innen untereinander und in den Gastfamilien nach dem täglichen Programm eine wichtige Erfahrung. So wurde z.B. unseren Spanisch sprechenden Jugendlichen bewusst, dass sie in Katalonien nicht unbedingt weit kamen, wenn die Gasteltern nur Katalanisch sprachen. Viel wichtiger aber war die herzliche Aufnahme der Jugendlichen in den Gastfamilien und die Bewältigung kultureller und sprachlicher Barrieren. Das sich Bewusstmachen, Tolerieren und auch Genießen von kulturellen Unterschieden ist eine Bereicherung, die auch im täglichen Umgang mit Diversität und somit gegebenenfalls gegen Mobbing helfen kann.

Wir danken dem spanischen Team für diese wertvollen Erfahrungen und abwechslungsreichen Tage in Camarles!