von Tasja Werner

Erasmus+ Mobilität nach Patras

Raus aus der Komfortzone und wieder hinein!

Zehn der 30 Mitglieder der Europa-AG unserer Schule machten sich am 5. Oktober auf den Weg nach Patras. Es war die erste sogenannte „Mobilität“ im Rahmen des 18-monatigen Projektes „Act – React – Make an Impact“, das zusammen mit Schulen aus Dublin (Irland), Morlaix (Frankreich) und eben Patras in Griechenland durchgeführt wurde.

Sowohl während der Mobilitäten als auch in der Zeit dazwischen arbeiten die teilnehmenden Schüler/-innen gemeinsam an Themen rund um den Begriff der „Nachhaltigkeit“. So wurden als vorbereitende Aufgabe in den nationalen Teams Präsentationen über gelungene Beispiele nachhaltigen Verhaltens in den jeweiligen Städten und Regionen erstellt, die dann vor der noch weitgehend unbekannten großen Projektgruppe auf Englisch vorgetragen wurden – ein zweiter Schritt raus aus der Komfortzone. Der erste wurde schon am Abend vorher getätigt, als man, müde von der Anreise, in die Autos der Gastfamilien einstieg und sich auf neue Menschen und deren Lebensgewohnheiten einlassen musste. Aber dieser Schritt führte schnell ein bisschen in die Wohlfühlzone zurück, da unsere Schüler/-innen sehr herzlich aufgenommen wurden und besonders die griechische Küche genossen.

Die Jugendlichen des Gymnasiums Wildeshausen sprachen in ihrer Präsentation z.B. über das von der EU geförderte Knotenpunkt-Radwegesystem, die Wildeshauser Tafel, den Bücherflohmarkt der Alexanderkirche oder die nachhaltige Nutzung des Pestruper Gräberfeldes. Hierzu hatten sie vorher Kontakt zu einigen lokalen Organisatoren aufgenommen. Aber auch vor Ort in Patras wurde an diesem Thema weitergearbeitet, indem Fragebögen und Quizze entworfen und Interviews durchgeführt wurden. Diese Aktivitäten wurden in transnationalen Gruppen durchgeführt, was dazu führte, dass aus Fremden schnell Freunde wurden. Die Komfortzone war nun gänzlich wieder erreicht.

Aber auch Ausflüge zum Archäologischen Museum in Patras und zur Weltkulturerbestätte Olympia erweiterten unseren Horizont. Besonders letztere bot die Gelegenheit, Antike und Gegenwart miteinander zu verknüpfen, denn wir standen an der Stelle, an der alle zwei Jahre das olympische Feuer entzündet wird. Dort erfuhren wir auch, dass in der Antike während der Zeit der Spiele in ganz Griechenland Frieden herrschte, auch wenn sich die Stadtstaaten in der übrigen Zeit bekämpften. Wäre das nicht heutzutage auch mal einen Versuch wert? Einen Höhepunkt boten anschließend das Jungen- und das Mädchenwettrennen im antiken Stadion. Der Sieger und die Siegerin wurden selbstverständlich mit einem Lorbeerkranz geehrt!

Doch auch außerhalb des offiziellen Programms machten unsere Schüler/-innen durchaus interessante Erfahrungen. So stellte man erstaunt fest, dass die Griechen kaum frühstückten, es Mittagessen gegen 15 oder 16 Uhr gab und das Abendessen bisweilen erst ab 23 Uhr eingenommen wurde. Dass es dann nicht vor 1 Uhr nachts in Bett ging, verwundert nicht. Aber die inspirierende Atmosphäre, das zunehmend sommerliche Wetter und die Freude an der internationalen Gemeinschaft ließen keine Müdigkeit zu. Dieser durfte man sich erst wieder auf der Rückreise nach Deutschland hingeben, nachdem zuvor in Athen mit der Akropolis ein weiteres Weltkulturerbe besichtigt worden war. Nach so vielen Eindrücken fiel man in der Nacht vom 11. auf den 12. Oktober erschöpft in das eigene Bett und die häusliche Komfortzone zurück.

Einige Jugendliche fassten die Woche folgendermaßen zusammen:

„In dieser Woche habe ich viel erlebt, gelacht und wunderschöne Erinnerungen gesammelt. Der Austausch hat mir gezeigt, wie herzlich und offen die Menschen in Griechenland sind und wie bereichernd es ist, in eine andere Kultur einzutauchen.“

„Innerhalb des Erasmusaustausches sind wir alle sehr zusammengewachsen, finde ich. Am Anfang dauerte es kurz, aber schnell sprachen wir mit den Personen aus den anderen Ländern. Auch die Zusammenarbeit in den gemischten Gruppen und die Ausflüge stärkten die Gruppendynamik.

Während des Austausches führte man mit verschiedenen Schülern und Lehrern gute und interessante Gespräche. Man lernte neue Freunde kennen und traf sich abends zusammen. Dies alles führte zu einem guten Zusammenhalt unter den Schülern und stärkte die Freundschaft. Ich denke, dies ist es, was so einen Austausch ausmacht und wozu es ihn gibt.“

„Wir haben schnell gemerkt, wie unterschiedlich die Kulturen und Lebensweisen sein können – und doch, wie vieles uns verbindet. Besonders spannend war es, gemeinsam über das Thema Nachhaltigkeit zu sprechen und zu sehen, welche Ideen und Lösungsansätze es in den verschiedenen Ländern gibt. Auch in unserer Freizeit hatten wir viel Freude zusammen, beim Erkunden der Städte, bei Gruppenaktivitäten oder einfach beim gemeinsamen Lachen.“