von Elke Hohnholt

Ella Vianden in Monza

Seit einem Monat bin ich nun schon in Monza, Italien, und das erste Drittel meines Austauschs war bisher sehr aufregend und erfolgreich.

Am Tag meiner Ankunft wurde ich von meiner Austauschschülerin, die im Januar dieses Jahres bereits für zwei Monate in Wildeshausen war, und ihrem Vater vom Flughafen abgeholt. Kurz darauf ging es zur Schule, um Frau Spitale zu treffen und die kommende Woche zu besprechen. Ich wurde sehr herzlich begrüßt und wusste gleich, sollte irgendein Problem auftauchen, könnte ich mich unbesorgt an sie wenden.

Im Anschluss traf ich die Familie meiner Austauschschülerin, also ihre Eltern und drei Geschwister. Alle kamen mir mit einem Lächeln entgegen und freuten sich sichtlich über meine Ankunft. Da die kleine Wohnung mit sechs Personen bereits sehr eng ist, bin ich bei sehr guten Freunden der Familie untergekommen, die selbst zwei Kinder im Alter von zwölf und neun haben. Also traf ich am selben Abend auch diese Familie und fühlte mich in der bunten, offenen Wohnung mitsamt eigenem Zimmer und Kater „Milo“ sehr wohl.

Obwohl ich die Mutter der Familie zuvor nur ein wenig kennengelernt hatte, wurde beim Essen am ersten Abend reichlich geredet und Pizza genossen. Wir unterhielten und unterhalten uns noch immer größtenteils auf Englisch, da ich kein Sprachtalent bin und so nach drei Monaten eigenständigem Lernen über Sprach-Apps und Bücher zum Sprachelernen noch nicht ausreichend viele Wörter beherrsche. Ab und zu spricht mich der Vater der Familie auch auf Deutsch an, da er es für seine Arbeit lernt und nun die perfekte Gelegenheit zum Lernen ist.

Weil ich bereits früher oft in anderen Unterkünften war, konnte ich mich direkt eingewöhnen und gut an den Lebensstil adaptieren. Ein paar Nachfragen, wo ich alles finden kann, und schon funktionierte das Zusammenleben.

Mein erster Schultag war ein wenig chaotisch, aber das hatte ich erwartet. Zuerst wurde ich von Frau Spitale und zwei ihrer Schülerinnen durch die Schule geführt, die zwar groß, aber mit drei großen Gängen mit identischen Stockwerken und nur einem Gebäude übersichtlich ist. Danach ging ich in den Unterricht und wurde von meiner Klasse sehr freudig begrüßt. Sie stellten sich mir kurz vor und ich bekam einen Sitzplatz.

Etwas negativ überrascht war ich von der Akustik in den Klassenräumen. Diese haben hohe, blanke Wände sowie Tische und Stühle, die auf dem Steinboden viele Geräusche machen. Hinzu kommen die Lehrkräfte, die aufgrund des Frontalunterrichts fast durchgehend reden, und weitere Geräusche. All dies zusammen erreicht durchschnittlich eine Lautstärke, bei der es schwer ist, sich zu konzentrieren, besonders wenn man die Sprache nicht gut beherrscht.

An den Wochenenden habe ich bisher schon einiges erlebt und insgesamt vier Städte mitsamt ihren Kulturschätzen besichtigen dürfen.

Da das Wochenende mit Schule auch am Samstagvormittag sehr kurz ist, genieße ich jede freie Stunde zum Entdecken umso mehr und bin sehr gespannt, welche weiteren Städte noch so auf mich warten. Alles in allem verbringe ich hier in Monza eine sehr tolle Zeit mit vielen neuen Eindrücken. Gelegentlich ist die Organisation an der Schule allerdings etwas holperig, da ich nach einem Monat Aufenthalt noch immer nicht weiß, wann der Italienischsprachkurs anfängt, der für alle anwesenden Austauschschülerinnen und -schüler vorgesehen ist.

Meine Zeit habe ich bisher sehr genossen und ich freue mich unfassbar auf das, was noch kommt!