von Florian Süßmuth

Bloß nicht bewegen

Als einer der DS-Kurse des 12. Jahrgangs haben wir uns am Anfang des Schuljahres gewünscht,
unser eigenes Stück
zu schreiben. Dabei wollten wir Themen aufgreifen, die uns als junge Menschen beschäftigen. Ein
großes Dankeschön geht aus diesem Grund an Frau Rick, welche uns geholfen hat, diesen Wusch
in die Realität umzusetzen und unsere Emotionen und Gefühle auf die Bühne zu bringen. Schnell
entstand die Idee, die Geschichte einer Familie zu erzählen. Dabei sollte jedes Familienmitglied
eines der Themen, welche uns am meisten beschäftigen, verkörpern. Wir bildeten Gruppen, die
sich mit je einem Mitglied der Familie intensiver auseinandersetzen und diese Figur charakterlich
ausarbeiteten, um sie schlussendlich auf die Bühne zu bringen. Nachdem alle Texte geschrieben und
etliche Male überarbeitet wurden, hieß es proben, proben, proben! Über das ganze Jahr hinweg
haben wir so eng miteinander gearbeitet, um schlussendlich etwas auf die Beine zu stellen, mit dem
wir alle zufrieden sind. Bis zuletzt kam es zu Änderungen von kleinen Details sowie Abstimmungen
in den einzelnen Szenen, aber auch das gesamte Stück betreffend. Das Vertrauen, welches wir in
uns selbst aber auch ineinander dabei aufbringen mussten, hat uns als Kurs stark
zusammengeschweißt, sodass wir selbst zu einer Art Familie geworden sind. Dies und viel harte
Arbeit und Zeit haben letztlich ein Stück entstehen lassen, mit dem zu Beginn nicht einmal wir
gerechnet haben: voller Emotionen, Angst aber auch Hoffnung auf eine bessere Zukunft.
Als einer der DS-Kurse des 12. Jahrgangs haben wir uns am Anfang des Schuljahres gewünscht,
unser eigenes Stück zu schreiben. Dabei wollten wir Themen aufgreifen, die uns als junge Menschen
beschäftigen. Ein großes Dankeschön geht aus diesem Grund an Frau Rick, welche uns geholfen
hat, diesen Wusch in die Realität umzusetzen und unsere Emotionen und Gefühle auf die Bühne zu
bringen. Es ist ein Stück entstanden, mit dem zu Beginn nicht einmal wir gerechnet haben: voller
Emotionen, Angst aber auch Hoffnung auf eine bessere Zukunft.
„Bloß nicht bewegen“ - der Name ist Programm. Familie Mustermann geht durch eine schwere Zeit.
Der Vater der fünfköpfigen Familie kommt nach drei Jahren aus dem Krieg zurück, aber seine
Familie, so wie er sie verlassen hat, existiert nicht mehr.
Die älteste Tochter Jasmin ist ausgezogen, studiert und ist Umweltaktivistin. Ihre Vorstellungen von
einem nachhaltigen Leben, sodass zukünftig unsere Welt lebenswert bleibt, kollidieren mit den
Prioritäten ihrer Familie. Aus diesem Grund kommt sie nur noch selten zu Besuch nach Hause,
stattdessen sucht sie Halt in ihrem Engagement für die Umwelt und in ihren Freunden, mit denen
sie diese Leidenschaft teilt.
Auch Lia, die zweitälteste, hat sich verändert. Schule ist ihr wichtig, sie definiert sich über ihre
Noten: Wenn es keine Eins ist, ist es nichts wert. Als unauffälliger Charakter sind ihre
ausgezeichneten Noten für sie der einzige Weg zu Anerkennung. Doch der konstante Druck, gut
genug zu sein, lässt Lia Grenzen überschreiten. Ihre einzige Lösung, um dem Druck standzuhalten
und den Erwartungen gerecht zu werden: Tabletten.
Beim jüngsten der drei, Jannik, läuft auch nicht alles nach Plan. Ohne eine Vaterfigur in den letzten
drei Jahren hatte der junge Teenager es schwer, seinen Platz zu finden. Er rebelliert: gegen das
System, gegen Regeln, gegen die Schule und auch mit seiner Familie tut er sich schwer. Seine
Frustration lässt ihn Grenzen austesten und übermütig werden. Nachts raus schleichen, die
Zigaretten des Vaters klauen und Prügeleien auf dem Schulhof. Durch die Unterstützung seiner
Freunde ist er bisher immer damit durchgekommen, aber diese wollen Janniks immer extremeren
Werdegang nicht weiter unterstützen.
In diesem ganzen Chaos versucht die Mutter alles zusammenzuhalten. Hauptsache nach außen hin
sieht alles normal aus. Die perfekte Familie, solange niemand aus der Rolle fällt - bloß nicht
bewegen. Obwohl Tanja dabei ihr Bestes versucht, wird der Druck auf sie von Tag zu Tag größer.
Nicht nur ihre Kinder gehen durch eine schwierige Zeit, sondern auch die Ehe mit Mark ist am
Tiefpunkt.
Mark selbst kämpft mit den Folgen des Krieges. Der Verlust von seinem Freund und die Distanz zu
Frau und Kindern lassen ihn zur Flasche greifen. Das Gefühl, alleine zu sein mit dem Erlebten,
macht ihm zu schaffen. Es ist fast so, als wäre eine ganz andere Person wieder nach Hause
gekommen. Nach einer Eskalation mit seiner Frau und einer darauffolgenden Therapie kommt die
Erkenntnis, dass die Bilderbuch-Familie schon lange nur noch eine Farce war.
Doch wie soll es weitergehen? Kann Familie Mustermann diese Kiese überwinden? Oder werden
sie alle daran zerbrechen?
- geschrieben Anne Weber
Anmerkung: Die Arbeit mit dem Kurs hat unheimlich viel Spaß gemacht und war gleichzeitig sehr
vielschichtig. Das Ergebnis war ein komplexes und tiefgründiges Stück, in das die Schüler:innen viel
von sich selbst haben fließen lassen. Die Aufführung war großartig und hat bei den Zuschauern
lange nachgewirkt. Vielen Dank dafür. S. Rick