Vorabhinweis:
Zum Ende des Schuljahres 2018/2019 wird der letzte Abiturjahrgang das Abitur nach 12 Jahren Schulzeit ablegen. Das erste Abitur nach der neuen Verordnung mit 13 Jahren Schulzeit (G9) wird im Jahr 2021 stattfinden. Die ersten Schüler/-innen dieses Jahrgangs sind zum Schuljahresbeginn 2018/2019 in die Einführungsphase eintreten. Die Umsetzung der neuen Verordnung erforderte eine weitgehend vollständige Neugestaltung unseres Angebotes auch in der Qualifikationsphase, die wir auf dieser Seite päsentieren.

Wir bitten deshalb zu beachten:
Die Ausführungen auf dieser Seite gelten für alle Schüler/-innen, die derzeit die Einführungsphase besuchen (Jahrgang 11).
Für Schüler/innen des aktuellen Abiturjahrgangs gilt noch die alte Verordnung. Da diese Schüler/innen sich bereits in der letzten Phase ihrer Schullaufbahn befinden und alle wesentlichen Entscheidungen bereits getroffen sind, hat die Darstellung spezieller Informationen an dieser Stelle nur noch geringen Wert. Sie werden über ihre Tutor/-innen sowie über die Oberstufenkoordinatoren alle noch notwendigen Informationen über den Abauf des Abiturs erhalten.

Die gymnasiale Oberstufe (Sekundarstufe II)

Die gymnasiale Oberstufe (auch als Sekundarstufe II oder kurz Sek. II bezeichnet) besteht aus einem Schuljahr Einführungsphase und zwei Schuljahren Qualifikationsphase.
Ziel des Unterrichts in der gymnasialen Oberstufe ist die Vermittlung einer breiten und vertieften Allgemeinbildung und der Erwerb einer allgemeinen Studierfähigkeit.
Nach 13 Jahren legen unsere Schülerinnen und Schüler die Abiturprüfung ab; unter bestimmten Voraussetzungen ist auch ohne Ablegen des Abiturs zumindest der Erwerb des schulischen Teils der Fachhochschulreife möglich (vgl. den Abschnitt "Erwerb der Fachhochschulreife").

Die rechtlichen Vorgaben zur Ausgestaltung der gymnasialen Oberstufe in Niedersachsen sind in zwei Verordnungen einschließlich ergänzender Bestimmungen festgeschrieben: In der Verordnung über die Gymnasiale Oberstufe (VO-GO) und in ergänzenden Bestimmungen zu dieser Verordnung (EB-VO-GO) sowie in der Verordnung über die Abschlüsse in der gymnasialen Oberstufe, im Beruflichen Gymnasium, im Abendgymnasium und im Kolleg (AVO-GOBAK) und in den ergänzenden Bestimmungen zu dieser Verordnung (EB-AVO-GOBAK). Alle nachfolgenden Ausführungen beziehen sich auf diese Verordnungen. Die Verordnungen selbst sind als PDF-Dokumente online abrufbar auf den Internetseiten des Niedersächsischen Kultusministeriums, unterliegen allerdings immer wieder kleineren oder größeren Veränderungen, so dass meist mehrere Fassungen zum Download bereitgestellt werden. Die aktuell gültigen Verordnungen weisen als Datum der letzten Änderung den 04.09.2018 auf.

Zum besseren Verständnis der weiteren Darstellungen auf dieser Seite folgt hier vorab eine Erläuterung der von uns verwendeten Abkürzungen:

Abkürzung Bedeutung
G8 Abitur nach 8 Jahren Gymnasium (Ende Jahrgang 12)
G9 Abitur nach 9 Jahren Gymnasium (Ende Jahrgang 13)
Sek. I Sekundarstufe I (Schuljahrgänge 5-10)
Sek. II Sekundarstufe II (Schuljahrgänge 11-13)
E1 1. Schulhalbjahr der Einführungsphase (Jg.11)
E2 2. Schulhalbjahr der Einführungsphase (Jg.11)
Q1 1. Schulhalbjahr der Qualifikationsphase (Jg.12)
Q2 2. Schulhalbjahr der Qualifikationsphase (Jg.12)
Q3 3. Schulhalbjahr der Qualifikationsphase (Jg.13)
Q4 4. Schulhalbjahr der Qualifikationsphase (Jg.13)
E-Phase Einführungsphase
Q-Phase Qualifikationsphase
VO-GO Verordnung über die gymnasiale Oberstufe
EB-VO-GO Ergänzende Bestimmungen zur VO-GO
AVO-GOBAK Verordnung über die Abschlüsse in der gymnasialen Oberstufe, im Beruflichen Gymnasium, im Abendgymnasium und im Kolleg
EB-AVO-GOBAK Ergänzende Bestimmungen zur AVO-GOBAK

Vorbereitung auf die gymnasiale Oberstufe

1. Gründliche Information

Mit dem Eintritt in die gymnasiale Oberstufe beginnt die letzte Phase auf dem Weg zum Abitur.
Im Verlauf dieser Phase, aber zum Teil auch bereits im letzten Jahr der Sek. I, also im Jahrgang 10, müssen die SchülerInnen Entscheidungen treffen, ob überhaupt und wenn ja, wie der Weg durch die Oberstufe konkret gestaltet werden soll.

Dazu bedarf es gründlicher Informationen, die die Schule bereitstellen muss und von den betroffenen Personen (SchülerInnen und Eltern) auch abgerufen werden müssen. Neben den Informationstexten und Downloadangeboten auf dieser Seite hält das Gymnasium Wildeshausen hierzu ein umfangreiches Angebot an Informations- und Beratungsveranstaltungen ab Jahrgang 10 vor. Die folgende Tabelle liefert einen Überblick. Betroffene Schüler/-innen und Eltern sollen diese Angebote bitte wahrnehmen und entsprechende Ankündigungen beachten.

Zeitpunkt Art der Information
Jg.10 Bildungswege (November)
Die Koordinatoren informieren die Schüler/-innen und Eltern über mögliche Bildungswege und Abschlüsse in verschiedenen Schulformen; Schwerpunkt: Gymnasium.
Eltern-/Schülersprechtage (Februar): Die Klassenlehrkräfte beraten auf der Basis der Ergebnisse der pädagogischen Dienstbesprechungen sowie der Halbjahreskonferenzen bezüglich möglicher Profile in den Schwerpunkten der Qualifikationsphase.
Jg.11 Profilwahl (Februar): Die Koordinatoren informieren die SchülerInnen und deren Eltern über die Schwerpunkte bzw. Profile in der Qualifikationsphase; Vorbereitung der Wahlentscheidung.
Eltern-/Schülersprechtage (Februar): Die Klassenlehrkräfte beraten auf der Basis der Ergebnisse  Halbjahreskonferenzen bezüglich möglicher Profile in den Schwerpunkten der Qualifikationsphase.
Jg.12 Elternabend für Q1/2-Eltern (2./3. Schulwoche): Wahlen zum Schulelternrat & Informationen zur Qualifikationsphase (besonders zum Thema Belegungs- und Einbringungsverpflichtungen und sog. "Unterkurse") durch den Koordinator.
Q1/2-Reader: Die TutorInnen erhalten vom Koordinator einen Reader zur Qualifikationsphase (mit Informationen u.a. zu Belegungs- und Einbringungsverpflichtungen und sog. „Unterkurse“, Anzahl und Umfang der Klausuren etc.); auch zur Weiterleitung an die TutandInnen und deren Eltern bestimmt.
Eltern-/Schülersprechtage (Februar): Die Tutor/-innen beraten auf der Basis der Ergebnisse des 1. Schulhalbjahres (Q1) bezüglich möglicher Abschlüsse in der Qualifikationsphase und ggfs. über mögliche Alternativen zum weiteren Besuch des Gymnasiums.
Jg.13 Eckdaten zum Abitur (1. Schulwoche): Der Schulleiter informiert die SchülerInnen über Zeitpunkt der Prüfungen sowie Art und Umfang der Vorbereitung.
Infoabend für Q3-Schüler/-innen und deren Eltern (3./4. Schulwoche): Der Koordinator informiert über Termine, Fristen, Vorbereitung und Ablauf der Abiturprüfung.
Q3/4-Reader: Die TutorInnen erhalten vom Koordinator einen Reader u.a. mit Informationen über die Zulassung zur und Durchführung der Abiturprüfung; auch zur Weiterleitung an die Tutand/-innen und deren Eltern bestimmt.
Eltern-/Schülersprechtage (Februar): Die Tutor/-innen beraten auf der Basis der Ergebnisse der Semester Q1-Q3 bezüglich möglicher Abschlüsse in der Qualifikationsphase und ggfs. über mögliche Alternativen zum weiteren Besuch des Gymnasiums.
Belehrung (März/April): Die Tutor/-innen belehren die SchülerInnen im Rahmen der Meldung zum Abitur über den näheren Ablauf der schriftlichen und mündlichen Prüfungen sowie über Verhaltensmaßregeln während der Prüfung.

Als Ansprechpartner im Prozess der Schullaufbahnberatung fungieren im Jahrgang 10 und im Jahrgang 11 (Einführungsphase) die Klassenlehrkräfte und im Jahrgang 12/13 (Qualifikationsphase) die Tutor/-innen.
In allen Phasen wird diese Aufgabe zusätzlich von den Oberstufen-Koordinatoren übernommen, vor und in der Einführungsphase bevorzugt von Herrn Holthaus, in der Qualifikationsphase von Herrn Eggers.


2. Hospitationsmöglichkeiten

Schülerinnen und Schüler der 10. Klassen der umliegenden Schulen, die einen Wechsel in die gymnasiale Oberstufe anstreben, können am Gymnasium Wildeshausen einen oder auch mehrere Tage hospitieren. Die Hospitation kann im Zeitraum November – Dezember frei gewählt werden und es können Interessenschwerpunkte angegeben werden. Dazu nehmen die Interessenten mit dem zuständigen Koordinator Herrn Holthaus Kontakt auf (Email: ho[at]gymnasium-wildeshausen.de). Wir planen die Schüler dann individuell in die 10. Klassen ein (max. 2-3 pro Klasse).

Am verabredeten Hospitationstag erwarten wir die Hospitanten um ca. 7.45 Uhr im Sekretariat, erläutern ihnen den Ablauf des Tages und verteilen die Laufzettel zur Dokumentation der Unterrichtsteilnahme. Diese Laufzettel werden von den jeweiligen Fachlehrkräften nach Stundenschluss abgezeichnet und am Ende der Hospitation beim zuständigen Koordinator (derzeit also bei Herrn Holthaus) vorgelegt und von diesem ebenfalls abgezeichnet. Er dient den Hospitanten danach als Nachweis an ihrer eigenen Schule, dass sie an der Hospitation teilgenommen haben.


3. Auszeit: Ein Aufenthalt im Ausland

Regelungen für eine Beurlaubung zum Schulbesuch im Ausland

Viele Schüler/-innen möchten im Lauf ihrer Schulzeit eine längere Zeit im Ausland verbringen. In der Regel findet diese in der 11. Jahrgangsstufe (Einführungsphase) statt, ein Auslandsschulbesuch in Jahrgang 10 ist zwar möglich, wird aber nicht empfohlen.

Beurlaubungen für Auslandsaufenthalte sind sehr rechtzeitig mit der Schule (Gespräche mit dem zuständigen Koordinator) abzuklären. Notwendig ist zudem ein rechtzeitiger, schriftlicher Antrag an die Schule, der durch den Schulleiter zu genehmigen ist. Eine Genehmigung ist nur möglich, wenn während des Aufenthalts kontinuierlich der Unterricht an einer Schule besucht wird und danach wieder eine erfolgreiche Teilnahme am Unterricht zu erwarten ist. Nach der Rückkehr aus dem Ausland sind eine Bescheinigung über den regelmäßigen Schulbesuch sowie die im Ausland erreichten Zeugnisse vorzulegen. Eine Beurlaubung für Sprachreisen oder für rein private Auslandsaufenthalte ist nicht möglich.

Es gibt hinsichtlich der Auswirkungen eines angestrebten Schulbesuchs im Ausland prinzipiell zwei Möglichkeiten: Wiederholung eines Schuljahres nach der Rückkehr oder Fortsetzung der Schullaufbahn ohne Wiederholung eines Schuljahres. Letzteres ist nur unter bestimmten Bedingungen möglich und hängt stark von der Länge und der konkreten Gestaltung des Auslandsschulbesuchs ab. In der nachfolgenden Tabelle sind die gängigsten und von der Schule empfohlenen Möglichkeiten für einen solchen Auslandsaufenthalt zusammengefasst:

Möglichkeit I
(einjährig, mit Wiederholung eines Schuljahres)

Möglichkeit II
(einjährig, ohne Wiederholung eines Schuljahres)
(für gute Schüler/-innen)

Möglichkeit III
(einjährig, ohne Wiederholung eines Schuljahres)
(nur für sehr gute Schüler/-innen)

Möglichkeit IV
(halbjährig, ohne Wiederholung des Schuljahres)
(für gute Schüler/-innen)

Schulbesuch in Jg.10 mit Versetzung in die Einführungsphase
(gleichbedeutend mit Erw. Sekundar-abschluss I)

Schulbesuch in Jg.10 mit Versetzung in die Einführungsphase
(gleichbedeutend mit Erw. Sekundar-abschluss I)

Schulbesuch in Jg.10 mit Versetzung in die Einführungsphase
(gleichbedeutend mit Erw. Sekundar-abschluss I)
und zusätzlich
Konferenzbeschluss am Ende von Jg.10 zum Überspringen der Einführungsphase
Schulbesuch in Jg.10 mit Versetzung in die Einführungsphase
(gleichbedeutend mit Erw. Sekundar-abschluss I)
Schulbesuch im Ausland (einjährig) ohne spezielle Auflagen Schulbesuch im Ausland (einjährig), der bestimmte Vorgaben erfüllen muss und für den eine erfolgreiche Teilnahme nachgewiesen werden muss (Bedingungen unbedingt vorher beim Koordinator erfragen!)

oder:

Schulbesuch an einer anerkannten Deutschen Auslandsschule oder einer Europäischen Schule.

Schulbesuch im Ausland (einjährig) ohne spezielle Auflagen 1.Halbjahr:
Schulbesuch im Ausland ohne spezielle Auflagen
2.Halbjahr:
Schulbesuch in der Einführungsphase;
Ziel: Versetzung in die Qualifikationsphase (Unterrichtsinhalte aus dem versäumten 1. Halbjahr müssen eigenständig nachgearbeitet werden).
Schulbesuch in der Einführungsphase;
Ziel: Versetzung in die Qualifikationsphase
Schulbesuch in der Qualifikationsphase (Jg.12) Schulbesuch in der Qualifikationsphase (Jg.12) Schulbesuch in der Qualifikationsphase (Jg.12)
Schulbesuch in der Qualifikationsphase (Jg.12) Schulbesuch in der Qualifikationsphase (Jg.13)
Ziel: Abgang mit Abitur
Schulbesuch in der Qualifikationsphase (Jg.13)
Ziel: Abgang mit Abitur
Schulbesuch in der Qualifikationsphase (Jg.13)
Ziel: Abgang mit Abitur
Schulbesuch in der Qualifikationsphase (Jg.13)
Ziel: Abgang mit Abitur
     

Weitere Informationen und genauere Einzelheiten finden sich in folgenden Dokumenten:


Die Einführungsphase (Jahrgang 11)

1. Eingangsvoraussetzung und Unterrichtsangebot

In die Einführungsphase der gymnasialen Oberstufe kann eintreten, wer den "Erweiterten Sekundarabschluss I" (d.h. eine erfolgreiche Versetzung aus der 10. Klasse des Gymnasiums in die Einführungsphase) erreicht hat.

In der Einführungsphase am Gymnasium Wildeshausen werden folgende Fächer unterrichtet:

Art Fach Wochenstunden
Pflichtfächer Deutsch
fortgeführte Fremdsprache (Englisch)
weitere Fremdsprache (Französisch, Latein,
Spanisch fortgeführt, Spanisch neu) (*)
Musik / Kunst / Darstellendes Spiel
3
3

3
2
Geschichte
Erdkunde
Politik (*)
Religion / Werte und Normen
2
1
2
2
Mathematik
Biologie
Chemie
Physik
3
2
2
2
Sport 2
Wahlpflichtfächer
(bei Abwahl der
zweiten Fremdsprache)
Informatik
Physik
2
1
Wahlfächer Sporttheorie (*)
Informatik
2
2

* Wer in der Sekundarstufe I fünf Jahre am Unterricht einer zweiten Fremdsprache (am Gymnasium Wildeshausen sind das Fr, La, Sn) teilgenommen hat, kann in der Einführungsphase eine Fremdsprache durch Teilnahme am Wahlpflichtunterricht in Informatik und Physik ersetzen.

* Im Fach Politik wird eine dritte Wochenstunde Unterricht zu Zwecken der Berufsorientierung durchgeführt.

* Sporttheorie findet nur im ersten Schulhalbjahr statt. Die Teilnahme ist Voraussetzung für die spätere Wahl des Faches Sport als Prüfungsfach im Abitur.

WICHTIG:
Nur Fächer, die in der Einführungsphase belegt worden sind, können später in der Qualifikationsphase weiter belegt werden, insbesondere gilt das für Prüfungsfächer!


2. Wahlen zur Einführungsphase

Vor Eintritt in die Einführungsphase sind folgende Wahlentscheidungen nötig:

(I) Fortgesetzte Fremdsprache(n) und/oder Wahlpflichtunterricht Informatik/Physik

Folgende Möglichkeiten stehen zur Wahl:

  • Werden Englisch und die zweite Fremdsprache in Jahrgang 11 weiter belegt, muss mindestens eine davon in der Qualifikationsphase (Jg. 12/13) fortgeführt werden.
  • Werden Englisch und die zweite Fremdsprache in Jahrgang 11 weiterbelegt, und dazu eine noch neue Fremdsprache in 11 begonnen, muss mindestens eine dieser Sprachen in der Qualifikationsphase (Jg. 12/13) fortgeführt werden.
  • Wird nur eine der beiden Fremdsprachen (Englisch oder zweite Fremdsprache) in Jahrgang 11 weiterbelegt, muss eine neue Fremdsprache in Jahrgang 11 begonnen werden; mindestens die neue Fremdsprache muss dann in der Qualifikationsphase (Jg. 12/13) weitergeführt werden.

Zur Wahl von zwei Fremdsprachen gibt es die folgende Alternative:

  • Wird nur eine Fremdsprache in Jahrgang 11 belegt, müssen statt einer zweiten Fremdsprache die Wahlpflichtfächer Informatik und Physik in Jahrgang 11 belegt werden; die gewählte Fremdsprache muss zudem bis zum Abitur weiterbelegt werden. In der Qualifikationsphase (Jg. 12/13) ist dann die Wahl eines sprachlichen Schwerpunktprofiles NICHT mehr möglich.

Bei der Entscheidung über Fortführung der Sprache Latein ist zu beachten, dass es für dieses Fach unterschiedliche Abschlüsse gibt. Am Gymnasium Wildeshausen sind diese Abschlüsse durch Erfüllen folgender Mindestvoraussetzungen zu erreichen:

Kleines Latinum Latinum Großes Latinum
am Ende der Klasse 10
bei Versetzung(!) in die Einführungsphase und der Note "ausreichend"
am Ende der Einführungsphase mindestens 05 Punkte nach zwei Schulhalbjahren in der Qualifikationsphase und mind. 05 Punkten im letzten Schulhalbjahr
oder
Latein als Prüfungsfach im Abitur mit mindestens 05 Punkten in der Prüfung.

(II) Festlegung auf eines der Fächer Kunst/Musik/Darst. Spiel

Kunst oder Musik können im Abitur als Prüfungsfächer gewählt werden, wenn das Fach mindestens ein Halbjahr in Jahrgang 11 belegt worden ist. Der Regelfall ist die ganzjährige Belegung eines der drei Fächer. Darstellendes Spiel kann nicht als Prüfungsfach gewählt werden.

(III) Festlegung auf evangelischen oder katholischen Religionsunterricht oder Werte und Normen

Evangelische Religion kann als viertes oder fünftes Prüfungsfach im Abitur gewählt werden, dazu muss es in der Einführungsphase belegt worden sein. Werte und Normen kann nicht als Prüfungsfach gewählt werden.

(IV) Sporttheorie

Wer sich für Sport als fünftes Prüfungsfach im Abitur interessiert, muss einen zusätzlichen halbjährigen Sporttheoriekurs in der Einführungsphase belegen (in der Regel verschiedene Lehrkräfte für Theorie und Praxis). Die Kursnote erscheint auf dem Zeugnis der Einführungsphase. Der Kurs ist nicht versetzungsrelevant.

Wer Sport dann in der Qualifikationsphase als Prüfungsfach wählt, muss eine ärztliche Unbedenklichkeitsbescheinigung vorlegen. In der Q-Phase wird vierstündiger Sportunterricht in Praxis und Theorie bei einer Lehrkraft erteilt (Praxisunterricht in zwei Individual- und drei Mannschafts-Sportarten mit Theorie-Praxis-Verknüpfung). Die Abiturprüfung umfasst einen sportpraktischen und einen mündlichen Teil. Die praktische Abiturprüfung erfolgt in zwei Sportarten (eine Individual- und eine Mannschaftssportart).

(V) Informatik

Informatikunterricht wird nur im elften Jahrgang angeboten. Am Informatikunterricht müssen alle Schülerinnen und Schüler teilnehmen, die nach mindestens fünf Jahren Unterricht eine ihrer Fremdsprachen aufgeben wollen (Informatik ist dann ein versetzungsrelevantes Wahlpflichtfach in Kombination mit Physik). Zusätzlich können Schülerinnen und Schüler unabhängig von ihrer Fremdsprachenwahl Informatik belegen (Wahlfach). Das Fach wird zwei Halbjahre lang zweistündig unterrichtet (Physik nur ein Halbjahr zweistündig).


3. Berufs- und Studienorientierung

Am Gymnasium Wildeshausen findet für den 11. Jahrgang in der zweiten Januarhälfte ein zweiwöchiges Betriebspraktikum statt.

Neben dem Fachunterricht in Politik-Wirtschaft ist zudem eine dritte Stunde zu Fragen der Berufsorientierung vorgesehen.

Weitere Informationen zu Angeboten der beruflichen Orientierung am Gymnasium Wildeshausen findet man auf einer Extra-Seite.


4. Notengebung und Versetzung in die Qualifikationsphase

Ab der Einführungsphase (Jg. 11) werden die Noten als Punkte vergeben:

Note 6 5- 5 5+ 4- 4 4+ 3- 3 3+ 2- 2 2+ 1- 1 1+
Punkte 00 01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12 13 14 15

Für die Versetzung in die Qualifikationsphase (Jg. 12/13) gilt:

tl_files/gymnasiumwildeshausen/images/redaktionell/sekundarstufe2/2018_GymnasialeOberstufeG9_GymWhs_Grafik_VersetzungInQ-Phase.png

Die Beratung zu den Wahlen für die letzen vier Kurshalbjahre, also die Qualifikationsphase, beginnen bereits im Winter (gegen Ende des 1. Halbjahres der Einführungsphase), die Wahlen selbst finden dann im Frühjahr statt.


Die Qualifikationsphase (Jahrgang 12/13)

Die Qualifikationsphase ist ausschließlich in Kursen organisiert (kein Klassenunterricht mehr), sie dauert vier Semester, an deren Ende die Abiturprüfung steht.

1. Schwerpunktprofile

In der Qualifikationsphase besteht die Pflicht zur Wahl eines so genannnten Schwerpunktprofiles. Durch diese Wahl wird der Rahmen der zu belegenden Unterrichtsfächer vorgegeben. Am Gymnasium Wildeshausen werden folgende Schwerpunktprofile angeboten:

  • Profil mit sprachlichem Schwerpunkt (kurz: A-Profil)
  • Profil mit gesellschaftswissenschaftlichem Schwerpunkt (kurz: B-Profil)
  • Profil mit naturwissenschaftlichem Schwerpunkt (kurz: C-Profil)

Die Benennung der Profile mit Buchstaben ergibt sich aus der Zuordnung der einzelnen Unterrichtsfächer zu Aufgabenfeldern. Am Gymnasium Wildeshausen sind das folgende Fächer:

Aufgabenfeld A
(sprachlich-literarisch-künstlerisches Aufgabenfeld)
Aufgabenfeld B
(gesellschafts-wissenschaftliches Aufgabenfeld)
Aufgabenfeld C
(mathematisch-naturwissenschaftliches Aufgabenfeld)
ohne Bezeichnung
Deutsch
Englisch
Französisch
Spanisch
Latein
Kunst / Musik / Darstellendes Spiel
Geschichte
Politik
Erdkunde
Religion / Werte und Normen
Mathematik
Physik
Biologie
Chemie
Informatik
Sport
Seminarfach

Jede Schüler/jeder Schülerin muss sich für einen der angebotenen Schwerpunkte entscheiden und zwei so genannte Schwerpunktfächer auswählen:

  • im sprachlichen Schwerpunkt: Zwei sprachliche Fächer aus Aufgabenfeld A
  • im gesellschaftswissenschaftlichen Schwerpunkt: Geschichte und ein weiteres Fach aus Aufgabenfeld B
  • im mathematisch-naturwissenschaftlichen Schwerpunkt: Zwei Fächer aus Aufgabenfeld C

Voraussetzung für die Wahl eines Faches als Schwerpunktfach ist, dass es an der Schule als Fach mit 5 Wochenstunden angeboten wird. In der Qualifikationsphase ist der Unterricht in Fächer mit 5 Wochenstunden (Unterricht auf erhöhtem Niveau) und in Fächer mit 3, teilweise auch nur 2 Wochenstunden aufgeteilt (Unterricht auf grundlegendem Niveau).

Zusätzlich zu den zwei 5-stündigen Schwerpunktfächern müssen die Schüler/-innen ein drittes 5-stündiges Fach auf erhöhtem Niveau sowie diverse weitere 3- bzw. 2-stündige Fächer auf grundlegendem Niveau wählen. Über die Anzahl, Art und Dauer der zu belegenden Fächer geben die so genannten Belegungsverpflichtungen Auskunft. Diese variieren je nach gewähltem Schwerpunkt und auch nach innerhalb dieses Schwerpunktes gewählten Fächern.


2. Belegungsverpflichtungen

Den nachfolgenden Tabellen kann entnommen werden, welche Mindest-Belegungsverpflichtungen bei einem A-, B- oder C-Profil erfüllt sein müssen. Die Angaben in den Klammern hinter den Fächern geben die wöchentliche Stundenzahl und die Anzahl der Halbjahre an, in denen das Fach belegt werden muss. Die farbige Unterlegung verdeutlicht, welchem Aufgabenfeld das Fach zugeordnet ist.

A-Profil (sprachlicher Schwerpunkt)
Zwei Schwerpunktfächer (Unterricht auf erhöhtem Niveau) aus dem Aufgabenfeld A
  • eine fortgeführte Fremdsprache (5/4)
  • eine weitere fortgeführte Fremdsprache oder Deutsch (jeweils 5/4)
Weiteres Fach (Unterricht auf erhöhtem Niveau) aus dem Angebot der Schule, z.B.
  • weitere fortgeführte Fremdsprache oder Deutsch (jeweils 5/4)
  • Geschichte oder Politik oder Erdkunde (jeweils 5/4)
  • Mathematik oder Naturwissenschaft (jeweils 5/4)
Hinzu kommen Fächer mit Unterricht auf grundlegendem Niveau, darunter müssen sein (sofern noch nicht in den 5-stündigen Fächern enthalten):
  • Deutsch (3/4) und eine weitere Fremdsprache (3/4)
  • Musik, Kunst oder Darstellendes Spiel (3/2)
  • Mathematik (3/4) und eine Naturwissenschaft (3/4)
  • Geschichte (3/2), Politik (3/2) und Religion bzw. Werte und Normen (3/2)
  • Seminarfach (2/3)
  • Sport (2/4)
  • bei Sport als Prüfungsfach: Sporttheorie (2/4)
B-Profil (gesellschaftswissenschaftlicher Schwerpunkt)
Zwei Schwerpunktfächer (Unterricht auf erhöhtem Niveau):
  • Geschichte (5/4)
  • Deutsch oder fortgeführte Fremdsprache oder Mathematik oder Naturwissenschaft (jeweils 5/4)
Weiteres Fach (Unterricht auf erhöhtem Niveau) aus dem Aufgabenfeld B:
  • Politik oder Erdkunde (jeweils 5/4)
Hinzu kommen Fächer mit Unterricht auf grundlegendem Niveau, darunter müssen sein (sofern noch nicht in den 5-stündigen Fächern enthalten):
  • Deutsch (3/4) und eine Fremdsprache (3/4)
  • Mathematik (3/4) und eine Naturwissenschaft (3/4)
  • Politik (3/2) (entfällt im B-Profil, wenn Erdkunde als 5-stündiges Fach gewählt wurde).
  • Religion bzw. Werte und Normen (3/2)
  • Musik, Kunst oder Darstellendes Spiel (3/2)
  • weitere Fremdsprache (3/2) oder Naturwissenschaft (3/2)
  • Seminarfach (2/3)
  • Sport (2/4)
  • bei Sport als Prüfungsfach: Sporttheorie (2/4)
C-Profil (naturwissenschaftlicher Schwerpunkt)
Zwei Schwerpunktfächer (Unterricht auf erhöhtem Niveau):
  • Naturwissenschaft (5/4)
  • weitere Naturwissenschaft (5 /4) oder Mathematik (5/4)
Weiteres Fach (Unterricht auf erhöhtem Niveau) aus dem Angebot der Schule, z.B.
  • weitere Naturwissenschaft (jeweils 5/4)
  • Deutsch oder fortgeführte Fremdsprache (jeweils 5/4)
  • Geschichte oder Politik oder Erdkunde (jeweils 5/4)
Hinzu kommen Fächer mit Unterricht auf grundlegendem Niveau, darunter müssen sein (sofern noch nicht in den 5-stündigen Fächern enthalten):
  • Deutsch (3/4) und eine Fremdsprache (3/4)
  • Mathematik (3/4)
  • weitere Naturwissenschaft (3/4) (wenn in den 5-std. Fächern nur eine NW enthalten ist)
  • Geschichte (3/2), Politik (3/2) und Religion bzw. Werte und Normen (3/2)
  • Musik, Kunst oder Darstellendes Spiel (3/2)
  • Seminarfach (2/3)
  • Sport (2/4)
  • bei Sport als Prüfungsfach: Sporttheorie (2/4)

Bei Erfüllung dieser Belegungsverpflichtungen kommt jede(r) Schüler/-in über die vier Halbjahre der Qualifikationsphase auf eine durchschnittliche Stundenzahl von mindestens 32 Wochenstunden. Dieses ist auch die vorgeschriebene Mindest-Durchschnittsstundenzahl.

Über die Belegungsverpflichtungen hinaus können zusätzliche Fächer aus dem Angebot der Schule belegt werden, sofern dieses schulorganisatorisch möglich ist.

Zu beachten ist zudem, dass Fächer, die als Prüfungsfach im Abitur gewählt werden, grundsätzlich 4 Halbjahre lang belegt werden müssen, die in den Tabellen oben angegebenen Halbjahreszahlen sind also Mindestangaben.


3. Konkretisierung des Profilangebotes am Gymnasium Wildeshausen

Wären ausschließlich die durch die Verordnungen vorgegebenen Belegungsverpflichtungen auschlaggebend, gäbe es für den einzelnen Schüler/ die einzelne Schülerin eine enorm große Wahlfreiheit bei der konkreten Ausgestaltung der Profile. Diese theoretische Freiheit wird allerdings limitiert durch

  • die Anzahl der Schüler/-innen in der Qualifikationsphase einer Schule (große Schülerzahlen ermöglichen ein umfangreicheres Kursangebot),
  • die Kapazitäten der Schule (z.B. ausreichende Anzahl von Lehrkräften mit entsprechender Lehrbefähigung für ein bestimmtes Fach),
  • die Lage der Schule (z.B. Möglichkeit zur Kooperation mit einem oder mehreren Gymnasien in erreichbarer Entfernung, zeitliche Restriktionen in der Stundenplangestaltung zur Sicherstellung der Schülerbeförderung).

Diese Einschränkungen bedingen in der Praxis notwendige eine gewisse Reduktion der Wahlmöglichkeiten. Das Gymnasium Wildeshausen hat in einem langen Diskussionsprozess mit Kollegium, Eltern und Schülerschaft ein Modell entwickelt, in dem der Spagat zwischen einem möglichst vielfältigen Wahlangebot und den notwendigen schulorganisatorischen Erfordernissen (Mindestanzahl von Teilnehmern in einem Kurs, Unterbringung aller angebotenen Kombinationen in einem kompakten Stundenplan) versucht wird. Ein wichtiges Ziel bei der Ausgestaltung des Profilangebotes war es zudem, eine möglichst hohe Verlässlichkeit zu erreichen, d.h. dass die Anzahl notwendiger Umwahlen einzelner Kurse (z.B. aufgrund zu geringer Schüleranwahlzahlen) möglichst niedrig gehalten wird).

Grundlage des Kursangebotes bildet ein Leistenplan, d.h. bestimmte Fächer finden zu gleichen Zeiten im Stundenplan statt. So gibt es z.B. drei Leisten für die drei zu belegenden Kurse auf erhöhtem Niveau, d.h. jede(r) Schüler/-in hat zu identischen Zeitpunkten seine 5-stündigen Fächer. Des Weiteren gibt es eine „NW-Leiste“, in der die 3-stündig zu belegenden Naturwissenschaften stattfinden, eine „Sprachenleiste“, auf der die 3-stündig zu belegenden Fremdsprachen-Kurse liegen, eine „musische Leiste“ (dort werden die zu belegenden Kurse Kunst/Musik/Darstellendes Spiel unterrichtet), eine „Religionsleiste“ eine „Sportleiste“, eine „Seminarfachleiste“ usw.

Die einzelnen Leisten und die konkrete Belegung der Leisten, d.h. welche Fächer auf welchen Leisten angeboten werden, kann der folgenden Tabelle entnommen werden:

    Wählbare Fächer in den Leisten
Leiste und Anzahl der Wochenstd. Zeitraum Aufgabenfeld A Aufgabenfeld B Aufgabenfeld C
LK 1 (5) Q1-Q4 EN, DE   CH, BI
LK 2 (5) Q1-Q4 DE EK, PO MA
LK 3 (5) Q1-Q4 FZ, SN GE PHY, BI
GK 1 (3) Q1-Q4 De   Ma
GK 2 (3) Q1-Q4 De Po, Ge  
NW-Leiste (3) Q1-Q4     Bi, Ch
Sprachenleiste (3)
(bei SnA: 4)
Q1-Q4 En, La, Sn, SnA    
Musische Leiste (3) Q1-Q2 Ku / Mu / DS    
Religionsleiste (3) Q1-Q2   Re / Rk / WN  
Ergänzungsleiste (3) Q3-Q4   Ge, Po Phy
P-Ergänzungsleiste (3) Q3-Q4 Ku, Mu Re, (Ge)  
Seminarfachleiste (3) Q1-Q3 Seminarfach
Sportleiste (2) Q1-Q4 Sport
Sport-Prüfungsleiste Q1-Q4 Sporttheorie

Anhand dieser Tabelle kann jetzt unter Beachtung der Belegungsverpflichtungen ein konkretes Profil zusammengestellt werden. Wichtig: In jeder Zeile kann nur eines der dort angegebenen Fächer gewählt werden (da sie zeitgleich unterrichtet werden).

An der P-Ergänzungsleiste (= Prüfungs-Ergänzungsleiste) kann man erkennen, dass auch die Möglichkeit besteht, die Fächer Kunst, Musik oder evangelische Religion als Prüfungsfach zu belegen. Diese müssen nach den Belegungsverpflichtungen von allen Schüler/-innen zwei Halbjahre belegt werden (hier in der „musischen Leiste“ in Q1/Q2), als Prüfungsfach müssen es aber vier Halbjahre sein. Dazu dient die Prüfungsergänzungsleiste in Q3/Q4. Katholische Religion und Werte und Normen treten dort nicht auf, sie können also derzeit nicht als Prüfungsfach gewählt werden.

Ebenfalls erkennbar ist, dass nicht alle Fächer sowohl auf grundlegendem als auch auf erhöhtem Niveau angeboten werden. So wird z.B. Französisch nur auf erhöhtem Niveau angeboten (da die Anwahlzahlen bei der relativ kleinen Schülerzahl in der Qualifikationsphase für die Einrichtung von zwei Kursen nicht ausreichen). Ähnlich verhält es sich mit Physik, dieses wird aber zumindest noch als zweisemestriges Fach auf grundlegendem Niveau als Möglichkeit zur Erfüllung der Belegungsbedingungen im gesellschaftswissenschaftlichen Schwerpunktprofil angeboten.


4. Übersichtstabellen über das Profilangebot am Gymnasium Wildeshausen

Um den Schüler/-innen die sehr aufwändige Zusammenstellung eines geeigneten und alle Erfordernisse erfüllenden Profils zu vereinfachen, haben wir alle im Rahmen des vorstehend erläuterten Leistenplanes theoretisch möglichen Schwerpunktprofile tabellarisch unter Berücksichtigung der Belegungsverpflichtungen und zusätzlich der formalen Anforderungen an die Wahl der Abiturprüfungsfächer, die bisher noch gar nicht thematisiert wurden, zusammengestellt.

Es ergibt sich eine im Vergleich zum bisherigen Angebot beim G8-Abitur (bis 2019) deutlich größere Anzahl an möglichen Schwerpunktprofilen.

Aufgrund des Umfangs der Tabellen stellen wir sie hier nicht alle in Klaransicht dar, sondern bieten sie am Ende dieses Abschnittes als PDF-Dokument zum Download an. An zwei Beispielen aus dem Angebot sprachlicher Schwerpunktprofile soll der Aufbau dieser Tabellen kurz erläutert werden:

Beispiel: Profil A1

tl_files/gymnasiumwildeshausen/images/redaktionell/sekundarstufe2/2018_GymnasialeOberstufeG9_GymWhs_Profil_A1.png

Erläuterung:
In den drei ersten Spalten sind die gewählten 5-stündigen Schwerpunktfächer angegeben. Die Einträge P1/P2/P3 in der Spalte dahinter geben an, dass in diesem Profil die Reihenfolge, welches Fach Prüfungsfach 1, welches Prüfungsfach 2 und welches Prüfungsfach 3 ist, beliebig gewählt werden kann (wichtig, da P1 und P2 doppelt gewichtet werden, P3 nur einfach).
In den drei folgenden Spalten sind die Fächer angegeben, die ebenfalls 4 Semester unterrichtet werden (müssen) und aus denen die restlichen beiden Prüfungsfächer P4 bzw. P5 gewählt werden. Sind dort zwei oder mehrere Fächer angegeben, bedeutet das, dass eines von beiden gewählt werden muss. Der Eintrag P4/P5 hinter Politik bzw. Geschichte macht deutlich, dass das gewählte Fach zwingend als P4- oder P5-Fach gewählt werden muss, damit die Bedingung „aus jedem Aufgabenfeld mindestens ein Prüfungsfach“ erfüllt werden kann.
In den letzten Spalten sind die weiteren Fächer aufgelistet, die ebenfalls noch belegt werden müssen. Stehen dort mehrere zur Auswahl z.B. Ku/Mu/DS, so muss eines davon gewählt werden, bei der Kombination Po/Ge muss in diesem Schwerpunktprofil allerdings das Fach belegt werden, das im „zweiten Block“ nicht als Prüfungsfach gewählt worden ist.

Beispiel: Profil A2

tl_files/gymnasiumwildeshausen/images/redaktionell/sekundarstufe2/2018_GymnasialeOberstufeG9_GymWhs_Profil_A2_und_Varianten.png

Erläuterung:
Dieses Schwerpunktprofil beinhaltet Englisch und Deutsch als P1- und P2-Fach (die beiden Schwerpunktfächer) und Geschichte als P3-Fach. Im zweiten Block (4-semestrige Fächer auf grundlegendem Niveau) müssen zur Erfüllung der Belegungsverpflichtungen Mathematik und eine Naturwissenschaft gewählt werden sowie eine zweite Fremdsprache. Zur Auswahl stehen dafür am Gymnasium Wildeshausen Spanisch (als fortgeführte oder in der Einführungsphase neu begonnene Fremdsprache) sowie Latein, bei den Naturwissenschaften sind es Biologie und Chemie. Aus den drei Fächern des zweien Blockes können nun die Prüfungsfächer P4 und P5 gewählt werden (unter Beachtung der Vorgaben für die Prüfungsfachwahl).
Diese Vorgaben zur Wahl der Prüfungsfächer lassen es nun aber zu, dass auch eines der nicht zwingend 4-semestrigen Fächer als P4/P5-Fach gewählt werden könnte. Am Gymnasium Wildeshausen stehen von diesen Fächern Kunst, Musik, evangelische Religion und Sport als mögliches Prüfungsfach zur Auswahl (Sport kann allerdings nur P5-Fach sein). Da Prüfungsfächer grundsätzlich 4 Semester unterrichtet werden müssen, „wandern“ sie in der Tabelle also in den 4-semestrigen Block und es entstehen Varianten des Schwerpunktprofils A2, die entsprechend des besonderen Prüfungsfaches mit A2KM, A2R und A2S benannt wurden. An den Eintragungen P4/P5 bzw. nur P5 neben den Fächern kann man dabei erkennen, dass das entsprechende Fach in dieser Profilvariante Prüfungsfach ist.

Die Tabellen mit den gesellschaftswissenschaftlichen und naturwissenschaftlichen Schwerpunktprofilen sind völlig analog aufgebaut und entsprechend zu lesen. Diesen Tabellen ist also genau zu entnehmen, welche Fächer bei den unterschiedlichen Profilen wie lange in der Qualifikationsphase belegt gewählt werden können bzw. müssen, so dass einerseits die Belegungsverpflichtungen und andererseits die Anforderungen an die Prüfungsfachwahl erfüllt werden.

Jede(r) Schüler/-in kann sich somit in Ruhe mit vordefinierten Alternativen auseinander setzen, ohne ständig überlegen zu müssen, ob diese oder jene Kombination und Fächerwahl den Erlassvorgaben entspricht und am Gymnasium Wildeshausen überhaupt realisierbar ist.


5. Tutoriat und Studienfahrt

In der Qualifikationsphase der gymnasialen Oberstufe wird die Klassenlehrkraft ersetzt durch eine Tutorin bzw. einen Tutor. Die entsprechende Lehrkraft fungiert für die Schüler/-innen als Begleiterin und persönliche Lernberaterin bis zum Abitur und übernimmt auch die notwendigen schulverwalterischen Aufgaben (Zeugnisausgabe, Ausgabe und Kontrolle des Fehlzeitenheftes, Teilnahme an Konferenzen, die ihre Tutand/-innen betreffen usw.). In erster Linie aber ist sie Ansprechpartnerin und Beraterin bei schulischen Belangen jeder Art.

Am Gymnasium Wildeshausen fungieren als Tutor/-innen beim neuen Abitur nach 13 Jahren die Lehrkräfte in den 5-stündig unterrichteten Fächern, da sie allein schon aufgrund des zeitlichen Unterrichtsumfanges einen engen Kontakt zu den Schüler/-innen besitzen. Die konkrete Zuordnung erfolgt dabei über die Leisten, in denen die fünfstündigen Fächer unterrichtet werden (vgl. vorheriger Abschnitt). So werden z.B. für den Abiturjahrgang 2021 die unterrichtenden Lehrkräfte in den Kursen der Leiste LK1 die Tutorien übernehmen, für den Abiturjahrgang 2022 die Kurslehrkräfte in der Leiste LK2 usw. Die Schüler/-innen wählen also mit der Wahl ihres Schwerpunktprofiles gleichzeitig auch ihren Tutor/ ihre Tutorin.
Ergänzender Hinweis: Diese gegenüber dem bisherigen Tutorensystem an unserer Schule geänderte Regelung bedarf noch der Zustimmung der Gesamtkonferenz der Schule.

Fester Bestandteil des Angebotes in der Qualifikationsphase am Gymnasium Wildeshausen ist die Durchführung einer Studienfahrt zu Beginn des dritten Halbjahres der Q-Phase (Q3). Diese wird im Rahmen des Seminarfaches geplant und durchgeführt und ist inhaltlich an das Thema des Seminarfaches angebunden.


Erwerb des Abiturs

Die Abiturprüfung besteht aus zwei Teilen, aus denen sich die so genannte Gesamtqualifikation (ausgedrückt in einer Punktzahl) ergibt:

  • Block I: die Leistungen in den 4 Halbjahren der Qualifikationsphase, die 2/3 der Gesamtqualifikation ausmachen (maximal 600 Punkte, erforderlich sind mindestens 200 Punkte)
  • Block II: gesonderte Prüfungen in den 5 Prüfungsfächern (vier schriftliche Prüfungen, eine mündliche Prüfung), die zusammen 1/3 der Gesamtqualifikation ausmachen (maximal 300 Punkte, erforderlich sind mindestens 100 Punkte)

1. Block I der Gesamtqualifikation: Einbringungsverpflichtungen und Zulassungsbedingungen

Um zur Abiturprüfung zugelassen zu werden, müssen bestimmte Anforderungen erfüllt sein. Dieses umfasst Art und Anzahl einzubringender Kursnoten aus den Halbjahren Q1-Q4, sowie Mindestanforderungen an die dort erbrachten Leistungen.

Es müssen mindestens 32 und höchstens 36 Kursnoten eingebracht werden. Die einzubringenden Kursnoten hängen vom gewählten Schwerpunktprofil und den darin gewählten Fächern ab. Der nachfolgendenden Tabelle ist zu entnehmen, welche Kurse eingebracht werden müssen.

Fächer Anzahl
einzubringender
Kursnoten
Deutsch 4
Fremdsprache 4
nur im A-Profil: weitere Fremdsprache 4
Kunst oder Musik oder Darstellendes Spiel 2
nur bei Prüfungsfach Kunst oder Musik +2
Politik (entfällt im B-Profil, wenn Erdkunde P1/P2/P3-Fach ist) 2
nur bei Prüfungsfach Politik +2
Geschichte 2
nur bei Prüfungsfach Geschichte +2
nur bei Prüfungsfach Erdkunde 4
Religion oder Werte und Normen 2
nur bei Prüfungsfach Evang. Religion +2
nur im B-Profil: weitere Fremdsprache oder Naturwissenschaft 2
Mathematik 4
Naturwissenschaft 4
nur im C-Profil: weitere Naturwissenschaft 2
Seminarfach (Facharbeitssemester muss zwingend dabei sein) 2
nur bei Prüfungsfach Sport 4

Um alle Einbringungsverpflichtungen in der Tabelle zu erfüllen, sind – egal, ob ein A,- B- oder C-Profil gewählt wurde – jeweils mindestens 32 Kurse mit ihren Noten einzubringen. Zusätzlich können oder müssen je nach konkreter Fächerwahl innerhalb eines Profils noch zusätzlich bis zu vier weitere Kursnoten eingebracht werden (z.B. aus Sport, Seminarfach oder einem anderen belegten Fach, das in der Liste oben nicht auftritt).

Für alle eingebrachten Kursnoten gelten dabei folgende Bedingungen:

  • Die Anzahl der einzubringenden Schulhalbjahresergebnisse darf 36 nicht übersteigen.
  • Es dürfen keine Schulhalbjahresergebnisse aus Schulhalbjahren sein, in denen themengleich unterrichtet worden ist (Hinweis: betrifft Wiederholer bzw. Rückgänger).
  • Keine Kursnote darf 00 Punkte betragen.
  • Aus einem Fach dürfen nicht mehr als fünf Schulhalbjahresergebnisse in die Gesamtqualifikation eingebracht werden (Hinweis: betrifft Wiederholer bzw. Rückgänger).
  • Wird im Fach Sport mehr als ein Schulhalbjahresergebnis in die Gesamtqualifikation eingebracht, so müssen die Ergebnisse in mindestens zwei verschiedenen Sportarten, darunter in mindestens einer Individualsportart, erreicht worden sein.
  • Die Anzahl der Kursnoten mit weniger als 5 Punkten (so genannte Unterkurse) darf eine bestimmte Anzahl nicht überschreiten, die von der Gesamtzahl der eingebrachten Kursnoten abhängt und der folgenden Tabelle zu entnehmen ist:
Anzahl eingebrachter Kursnoten 32 33 34 35 36
max. Anzahl der Unterkurse insgesamt 6 6 6 7 7
darunter höchstens in den Fächern auf erhöhtem Niveau (P1-P3) 3 3 3 3 3
  • Die in den eingebrachten Kursnoten erreichte Gesamtpunktzahl (die Zulassungspunktzahl) muss mindestens 200 Punkte betragen. Die Berechnung erfolgt dabei nach folgender Formel, wobei die 8 Kursnoten aus den beiden Prüfungsfächern P1 und P2 doppelt gezählt werden, alle anderen einfach:
    Zulassungspunktzahl = 40 * S / A
    Dabei ist
    S = Summe aller Kursnoten und
    A = Anzahl der eingebrachten Kursnoten, wobei in dieser Anzahl die Kurse in den Prüfungsfächern P1 und P2 doppelt enthalten sind.

2. Block II der Gesamtqualifikation: Die Abiturprüfungen

Die Prüfungen finden in 5 gewählten Prüfungsfächern statt. Bedingungen an die Wahl der Prüfungsfächer sind:

  • Jedes Prüfungsfach muss bereits in der Einführungsphase mindestens ein Halbjahr belegt worden sein (im Falle einer in der E-Phase neu begonnenen Fremdsprache beide Halbjahre).
  • Die drei 5-stündigen Fächer auf erhöhtem Niveau gehören dazu.
  • Aus jedem Aufgabenfeld A,B und C muss ein Fach vertreten sein.
  • Unter den Prüfungsfächern müssen mindestens zwei der Fächer Deutsch, Mathe, Fremdsprache vertreten sein.

In den Fächern auf erhöhtem Niveau (P1 – P3) und in einem der Fächer auf grundlegendem Niveau (P4) wird eine schriftliche Prüfung durchgeführt, in dem verbleibenden Fach (P5) eine mündliche Prüfung.

Besonderheiten

a) Besondere Lernleistung (BLL)

An die Stelle der schriftlichen Prüfung im P4-Fach kann nach Entscheidung des Prüflings eine besondere Lernleistung (BLL) treten, sofern die vorstehend benannten Bedingungen an die durch die verbleibenden 4 Prüfungsfächer erfüllt sind.

Anforderungen an eine BLL:

  • Die BLL besteht aus einer schriftlichen Dokumentation, die auf der Grundlage des Unterrichtsinhalts oder im Rahmen von mindestens zwei Schulhalbjahren erbracht worden ist und einem mündlichen Kolloquium zu dieser Dokumentation.
  • Die (BLL) ist in der Regel an das Seminarfach gebunden; in besonderen Fällen kann die BLL auch an einen Wettbewerbsbeitrag gebunden werden.
  • Die Betreuung der Arbeit erfolgt durch die Seminarfach-Lehrkraft.
  • Der schriftliche Teil (Dokumentation) der BLL ist im 3. und 4. Schulhalbjahr der Qualifikationsphase anzufertigen.
  • Form der Dokumentation: eine umfassende Seminararbeit (ca. 30 Seiten) oder als Schülerwettbewerbsbeitrag.
  • Die Dokumentation der BLL wird am Ende des 4. Schulhalbjahres abgegeben.
  • Die mündliche Vorstellung der Dokumentation der BLL erfolgt in einem Kolloquium. 
  • Aus den Leistungen in der schriftlichen Dokumentation und im Kolloquium bildet der Fachprüfungsausschuss eine Gesamtnote (Gewichtung 2:1).
  • Die BLL ist am Ende des 2. Schulhalbjahres (Ende von Q2) anzumelden.

b) Präsentationsprüfung:

Auf Verlangen des Prüflings kann die Prüfung im P5-Fach in Form einer Präsentationsprüfung durchgeführt werden.

Anforderungen an eine Präsentationsprüfung:

  • Die Präsentationsprüfung besteht aus einem Präsentationsteil und einem Prüfungsgespräch.
  • Das Thema kann vom Prüfling vorgeschlagen werden, wird aber durch die Lehrkraft im P5-Fach festgelegt.
  • Die Präsentation ist schriftlich zu dokumentieren und diese Dokumentation eine Woche vor dem Präsentationstermin bei der Prüfungskommission abzugeben.
  • Das Prüfungsgespräch geht über den geht über die in der Präsentation zu lösende Aufgabe hinaus und hat größere fachliche Zusammenhänge zum Gegenstand.
  • Die Präsentationsprüfung ist am Ende des 2. Schulhalbjahres (Ende von Q2) anzumelden.

c) Prüfungsfach Sport:

Bei Sport als fünftem Prüfungsfach werden im Rahmen der Prüfung eine mündliche und eine sportpraktische Prüfung durchgeführt. Die sportpraktische Prüfung erfolgt in zwei Prüfungssportarten, wobei eine aus der Bewegungsfeldgruppe A („Individualsportarten“) und eine aus der Bewegungsfeldgruppe B („Mannschafts- und Spielsportarten“) stammen muss. Die Ergebnisse aus praktischer und mündlicher Prüfung werden gemäß nachstehender Formel zu einem Gesamtergebnis verrechnet werden (Wichtige Ergänzung: In dieses Gesamtergebnis  ist bereits die Vierfachwertung der Prüfungsfachleistungen im Block II der Abiturprüfung mit eingerechnet).
E = (8 p + 4 m) / 3
Dabei ist
E = Prüfungsergebnis ; p = Punktzahl der sportpraktischen Prüfung ; m = Punktzahl der mündlichen Prüfung.

Für die Leistungen in allen Abiturprüfungen gelten folgende Mindestanforderungen:

  • Nicht mehr als 2 Prüfungen mit weniger als 05 Punkten.
  • Insgesamt müssen mindestens 100 Punkte erreicht werden. Die Berechnung erfolgt dabei als Summe der fünf Prüfungsergebnisse in jeweils 4-facher Wertung.

3. Berechnung der Gesamtqualifikation

Die Punktzahl der Gesamtqualifikation ergibt sich als Summe der in Block I und in Block II erreichten Punktzahlen. Theoretisch möglich sind 900 Punkte, das erforderliche Minimum liegt bei 300 Punkten. Die erreichte Punktzahl wird gemäß der folgenden Tabelle in eine Durchschnittsnote umgerechnet:

Punkte Note   Punkte Note
300  4,0   571 - 588  2,4
301 -318  3,9   589 - 606  2,3
319 - 336  3,8   607 - 624  2,2
337 - 354  3,7   625 - 642  2,1
355 - 372  3,6   643 - 660  2,0
373 - 390  3,5   661 - 678  1,9
391 - 408  3,4   679 - 696  1,8
409 - 426  3,3   697 - 714  1,7
427 - 444  3,2   715 - 732  1,6
445 - 462  3,1   733 - 750  1,5
463 - 480  3,0   751 - 768  1,4
481 - 498  2,9   769 - 786  1,3
499 - 516  2,8   787 - 804  1,2
517 - 534  2,7   805 - 822  1,1
535 - 552  2,6   823 - 900  1,0
553 - 570  2,5      

4. Checkliste: Stolperfallen auf dem Weg zum Abitur

Schüler/-innen, die für sich selbst überprüfen möchten, ob und wie die Blöcke I und II der Gesamtqualifikation erfüllt sind oder ob sie erfüllt werden können, können dies durch Ausfüllen unserer Vorlage "Stolperfallen auf dem Weg zum Abitur" überprüfen bzw. durchspielen.


Erwerb der Fachhochschulreife

Wenn eine Schülerin/ein Schüler die Zulassung zur Abiturprüfung nicht erhält oder das Abitur nicht besteht und keine Wiederholung anstrebt, kann dennoch der schulische Teil der so genannten Fachhochschulreife erworben werden. Beim Nachweis eines anschließend außerhalb der Schule zu erbringenden beruflichen Teils stellt die Schule auf Antrag ein Zeugnis der Fachhochschulreife aus.
Hinweis: Die Fachhochschulreife wird derzeit in den Bundesländern Bayern und Sachsen nicht anerkannt.

Der schulische Teil der Fachhochschulreife wird erworben durch bestimmte Leistungen in zwei zeitlich aufeinander folgenden Schulhalbjahren der Qualifikationsphase. Er kann somit frühestens am Ende des ersten Schuljahres der Qualifikationsphase (also am Ende von Q2) erworben werden.

Die Anforderungen an die Fächer und Leistungen in diesen zwei Schulhalbjahren sind:

  • Es müssen insgesamt 15 Schulhalbjahresergebnisse eingebracht werden.
  • Unter diesen insgesamt 15 Schulhalbjahresergebnissen müssen je zwei in Deutsch, in derselben Fremdsprache, in Geschichte (oder einem anderen gesellschaftswissenschaftlichen Fach, das als Prüfungsfach gewählt worden ist), in Mathematik und in derselben Naturwissenschaft sein.
    Zudem müssen die Prüfungsfächer P1-P3 mit jeweils zwei Kursnoten vertreten sein.
  • In den vier Ergebnissen aus dem ersten und zweiten Prüfungsfach (P1/P2) müssen insgesamt mindestens 40 Punkte in zweifacher Wertung erreicht worden sein, darunter in zweien dieser Schulhalbjahresergebnisse mindestens jeweils 10 Punkte (d.h. maximal zwei Ergebnisse mit weniger als 5 Punkten in einfacher Wertung).
  • In den weiteren elf Schulhalbjahresergebnissen müssen insgesamt mindestens 55 Punkte in einfacher Wertung erreicht worden sein.
  • Unter allen 15 Schulhalbjahresergebnissen dürfen maximal 4 Kursnoten weniger als 5 Punkte betragen (in einfacher Wertung).

Aus den zu berücksichtigenden Schulhalbjahresergebnissen wird durch Addition eine Gesamtpunktzahl und daraus eine Durchschnittsnote ermittelt.

Im Fall der Wiederholung von Schulhalbjahren können die Voraussetzungen zum Erwerb des schulischen Teils der Fachhochschulreife mit Schulhalbjahresergebnissen auch aus dem ersten Durchgang erfüllt werden. Es können dabei jedoch Schulhalbjahresergebnisse nur aus dem ersten oder zweiten Durchgang eingebracht werden.

Der berufliche Teil der Fachhochschulreife kann daran anschließend nachgewiesen werden durch

  • eine erfolgreich abgeschlossenen, durch Bundes- oder Landesrecht geregelte Berufsausbildung,
  • durch ein mindestens einjähriges geleitetes berufsbezogenes Praktikum
  • durch Ableistung eines einjährigen sozialen oder ökologischen Jahres nach dem Gesetz zur Förderung von Jugendfreiwilligendiensten, eines ein-jährigen freiwilligen Wehrdienstes oder eines einjährigen Bundesfreiwilligendienstes.

Auf Antrag stellt die Schule ein Zeugnis der Fachhochschulreife aus, wenn der schulische und der berufsbezogene Teil der Fachhochschulreife nachgewiesen wird.

Nachfolgend stellen wir Berechnungsbogen bereit, mit dem überprüft werden kann, ob die Bedingungen für den schulischen Teil erfüllt sind, ebenso die Hinweise des Kultusministeriums zu den Praktikumsregelungen beim beruflichen Teil.

Praktikumsregelungen für den Erwerb der Fachhochschulreife Praktikumsregelungen für den Erwerb der Fachhochschulreife (50,5 KiB)

(Hinweis: für Schüler/-innen der gymnasialen Oberstufe ist der Abschnitt 3 im Dokument maßgebend)


Studien- und Berufsberatung

Neben der Schullaufbahnberatung bieten wir eine Vielzahl von Informationsveranstaltungen zur Studien- und Berufswahl an. Wir kooperieren mit der Agentur für Arbeit, mit regionalen Verbänden und Arbeitgebern sowie den umliegenden Universitäten und Fachhochschulen. Näheres dazu findet man auf unserer Seite zur Berufsorientierung.


Download: Allgemeines Infomaterial zur Oberstufe


Download: Schulinterne Formulare, Anträge, Wahlbögen u.ä.