Einleitung

Die nachfolgenden Ausführungen stellen die aktualisierte Fassung des Schulprogramms des Gymnasiums Wildeshausen dar, wie es im Schulvorstand erarbeitet und in der Gesamtkonferenz am 27. November 2008 beschlossen wurde.

Zur Erläuterung:

Grundlage des Schulprogramms bildet ein Leitbild, in dem wesentliche Charakteristika und allgemeine Zielvorstellungen unserer Schule formuliert werden.

Darauf abgestimmt erfolgt eine auf vier Ebenen aufgefächerte Konkretisierung. Diese Ebenen sind:

  • die Ebene der Erziehungs- und Bildungsinhalte
  • die Ebene der Lern- und Unterrichtsorganisation
  • die Ebene der Kooperations- und Partizipationsstrukturen nach innen und außen
  • die Ebene des Schulmanagements, der Ressourcen, Öffentlichkeitsarbeit und Fortbildung

Die auf diesen Ebenen formulierten Zustandsbeschreibungen und Zielvorstellungen bilden die Grundlage für die weitere Analyse auf der unmittelbar maßnahmenbezogenen Ebene: Welche zu den jeweiligen Ebenen zuzuordnenden Bereiche erfahren durch welche Maßnahmen ihre konkrete Umsetzung? Was gibt es schon an unserer Schule, was soll es zukünftig geben?

Dabei ist die Arbeit am Schulprogramm und seine Konkretisierung kein endlicher Prozess, sondern unterliegt der ständigen Fortentwicklung und einer andauernden Evaluation durch den Schulvorstand und die Schulgemeinschaft.

Alle Mitglieder der Schulgemeinschaft sind dazu aufgefordert ihre diesbezüglichen Ideen, Vorstellungen und Verbesserungsvorschläge zu äußern und über die Gremien in den Schulvorstand einzubringen.


Leitbild am Gymnasium Wildeshausen

Wer wir sind und woher wir kommen

Das Gymnasium Wildeshausen ist das einzige allgemeinbildende Gymnasium für die Stadt und das Umland. Wir sind eine mittelgroße Schule mit über 1000 Schulerinnen und Schulern sowie fast 100 Lehrkräften. Etwa die Hälfte unserer Schülerinnen und Schüler sind Fahrschüler, die weite Wege und erhebliche Fahrzeiten auf sich nehmen müssen. Sie stammen uberwiegend aus dem eher kleinstadtisch-ländlichen Milieu mit überschaubaren Strukturen und einer bodenständigen Prägung.

Was wir als Schulgemeinschaft deshalb berücksichtigen

Schülerinnen und Schüler, die nach der vierten Klasse an unsere Schule kommen, sind noch Kinder. Sie bringen Verspieltheit und Spontaneität, Offenheit und Neugier, Kreativität und Arbeitswillen mit. Dies wollen wir erhalten, wenn wir ihre weitere Entwicklung fördern und begleiten.

In der Mittelstufe begegnen uns Heranwachsende, die sich bemühen, einen eigenen Standpunkt zu finden, natürlich auch in Abgrenzung zu den Erwachsenen. Sie sind auf der Suche nach Lebenssinn und Lebensperspektiven. Dies nehmen wir ernst, bieten Erprobungsmöglichkeiten an und achten darauf, dass die Motivation zu lernen und die Bereitschaft, sich auf ein zufriedenes, selbstverantwortetes Leben vorzubereiten, nicht verloren gehen.

Wenn die Schülerinnen und Schüler nach dem Abitur die Schule verlassen, sind aus ihnen junge Erwachsene geworden, die auch durch ihre Schulzeit auf die vielfältigen Herausforderungen des Lebens vorbereitet sind.

Was unseren Schulalltag deshalb leitet

Das Gymnasium Wildeshausen legt Wert auf eine umfassende Bildung von Schülerinnen und Schülern, welche die Persönlichkeitsentwicklung als Ganzes, d.h. auch unabhängig von gesellschaftlich bestimmten Gebrauchswerten anregt und ermöglicht. Wir begreifen Lernen auf der Grundlage von Leistungsbereitschaft und Anstrengung als Prozess, der mehr als nur Studien- und Berufsvorbereitung anstrebt. Leitmaxime unseres Handelns soll ein Lernen mit Kopf, Herz und Hand sein.

Wir als Schulgemeinschaft richten unser Engagement im Unterricht und in außerunterrichtlichen Angeboten deshalb

  • auf die Entwicklung und Herausbildung von individuellen wissenschaftlichen und kulturellen Interessen unserer Schülerinnen und Schüler, indem wir Wert legen auf eine solide Grund- und Allgemeinbildung im gymnasialen Sinne bei gleichzeitigem Angebot von Schwerpunktsetzungen in möglichst vielen Bereichen, da wir auf eine Kooperation mit anderen Schulen verzichten müssen;
  • auf den Erhalt und den Ausbau eines breiten und differenzierten Fächerangebots;
  • auf die Berücksichtigung regionaler Besonderheiten, indem wir die Beziehung zu der Region pflegen und gleichzeitig Kontakte mit der Welt ermöglichen und anregen;
  • auf Zukunftsorientierung und historisches Bewusstsein für kulturelle Traditionen, deren Verbindung eine unverzichtbare Basis für die Entwicklung von Reflexions- und Urteilsfähigkeit ist;
  • auf die Berücksichtigung der Voraussetzungen der Schülerinnen und Schüler und auf den behutsamen Ausgleich zwischen hohen Ansprüchen und individuellen Schwächen;
  • auf das Miteinander in der Schule und die Entwicklung von Kompetenzen für die Zukunft und
  • auf das gemeinsame Leben von Werten wie Toleranz und Respekt, Offenheit und Ehrlichkeit, Rücksichtnahme und demokratische Streitkultur.

Ebene der Erziehungs- und Bildungsinhalte

Unsere schulische Arbeit basiert auf den Gesetzen und Erlassen des Niedersächsischen Schulgesetzes. Im Rahmen unserer Entscheidungskompetenzen arbeiten wir mit derStundentafel 1; Entsprechend unserer Leitidee und unserer Ressourcen wird dabei einer breit gefächerten Allgemeinbildung der Vorzug gewährt gegenüber einer frühzeitigen Profilierung.

Ausgestaltungsmerkmale der Stundentafel

Das Fächerangebot unserer Schule umfasst folgende Unterrichtsfächer:

Aufgabenfeld A Deutsch*, Englisch*, Französisch*, Spanisch*, Latein*, Musik*, Kunst*, Darstellendes Spiel
Aufgabenfeld B Erdkunde*, Geschichte*, Politik / Wirtschaft*, Religion (katholisch), Religion (evangelisch), Werte und Normen
Aufgabenfeld C Mathematik*, Biologie*, Chemie*, Physik*, Informatik
  Sport
Mit * gekennzeichnete Fächer sind gegenwärtig Prüfungsfächer im Abitur.

Unsere Sprachenfolge beginnt mit Englisch als erster Fremdsprache; als zweite Fremdsprache können die Schülerinnen und Schüler zwischen Französisch, Latein oder Spanisch wählen. Wird eine entsprechende Teilnehmerzahl erzielt, kann ab Klasse 10 des achtjährigen Gymnasiums (G-8) Spanisch und Französisch als neue, dritte Fremdsprache gewählt werden.

Das Doppelstundenmodell ist die Basis der Unterrichtsorganisation. Regulärer Nachmittagsunterricht für die Jahrgänge ab dem 9.Schuljahr ergibt sich aus der vorgeschriebenen Stundenanzahl in den einzelnen Jahrgansstufen. Wir sind eine offene Ganztagsschule, d.h. für die Jahrgänge 5-8 werden an vier Tagen in der Woche über den regulären Unterricht hinausgehende freiwillige Angebote vorgehalten. Eine schuleigene Cafeteria stellt eine Versorgung mit Getränken und Speisen über den Schultag sicher. Der Stundenplan sowie der Busfahrplan der Fahrschüler sind einander angeglichen. Unterrichts- und Pausenzeiten sind dem Anhang zu entnehmen.

Die Organisation der Sekundarstufe I und der Einführungsphase der Sekundarstufe II ist geprägt von unserem Klassenlehrermodell: Die Klassenleitung wechselt nach jeweils zwei Jahren und bezieht sich auf die Jahrgangsstufen 5/6, 7/8 sowie 9/10. Die Klassen werden, wenn möglich, von einem Tandem geführt. Die zu erteilenden Wochenstunden ergeben sich aus der Erlasslage. Umfassende Informationsveranstaltungen für Eltern und Schüler zur Sekundarstufe I und zur Einführungsphase finden jährlich im zweiten Schulhalbjahr an unserer Schule statt. Für die Beratung sind die KlassenlehrerInnen sowie die entsprechenden KoordinatorInnen zuständig.

Die Organisation der Qualifikationsphase der Sekundarstufe II ist geprägt von unserem Modell der Profiloberstufe. Zur Zeit bieten wir sprachliche, gesellschaftswissenschaftliche sowie naturwissenschaftliche Schwerpunktsetzungen / Profile an. Informationsveranstaltungen für Eltern und SchülerInnen zur Sekundarstufe II finden jährlich im ersten Schulhalbjahr an unserer Schule statt. Die Beratung übernehmen die zuständigen Koordinatoren sowie die TutorInnen.


Ebene der Lern- und Unterrichtsorganisation

Bei der Gestaltung der Lern- und Unterrichtsorganisation sowie des Schullebens lassen wir uns von den Grundmaximen TransparenzVereinheitlichung und Verbindlichkeit leiten, um die Zusammenarbeit zwischen Schülern, Eltern und Lehrern an unserer Schule so lernförderlich und angenehm wie möglich zu gestalten.

Die Schulleitung bemüht sich daher um Transparenz bei

  • der Einteilung von Klassen;
  • bei der Unterrichtsverteilung;
  • bei der Berücksichtigung von Wünschen und Bedürfnissen in der Stundenplangestaltung;
  • beim Entwurf eines schuleigenen Lehrplans;
  • der Berücksichtigung besonderer Fächerschwerpunkte, wie z. B. des bilingualen Unterrichts, der zweiten Fremdsprache oder der Streicherklasse.

Das Fachkollegium bemüht sich um eine Vereinheitlichung im Bereich

  • des fächerübergreifenden und fächerverbindenden Lernens;
  • der Unterrichtskonzepte, der Sozial- und .Arbeitsformen sowie der Unterrichtsverfahren und -methoden;
  • der Leistungsbewertung, der Lernentwicklungskontrollen sowie der Ausgestaltung von Abschlussprüfungen;
  • besonderer Differenzierungsmaßnahmen.

Die Schulleitung und das Fachkollegium bemühen sich um Verbindlichkeit im Bereich

  • besonderer pädagogischer Angebote, wie z.B. Arbeitsgemeinschaften, Sportveranstaltungen, Projektwochen sowie Exkursionen und Schulfahrten;
  • besonderer Beratungsangebote für Schülerinnen und Schüler;
  • besonderer Förderangebote, wie z.B. der Hausaufgabenbetreuung.

Ebene der Kooperations- und Partizipationsstrukturen nach innen und außen

Da Schule immer auch geprägt ist von und verflochten ist mit ihrem jeweiligen Umfeld, muss sie sich nach außen öffnen, d.h. bestehende Umfeldstrukturen erkennen und phantasievoll die vielfältigen Kooperationsmöglichkeiten mit außerschulischen Partnern zum Wohle der Schülerinnen und Schüler nutzen.

  • So werden wir als Schule inhaltlich und wirtschaftlich vom kommunalen Umfeld z.B. durch Sponsoring, beim Betriebspraktikum und in der Berufswahl unterstützt, unterstützen aber selbst auch kommunale Einrichtungen durch Sponsorenläufe und andere karitative Aktivitäten.
  • Unsere regelmäßige Kooperation und Kommunikation mit anderen Schulen liefert die Grundlage für reibungslose Schulübergänge, für eine sinnvolle Zusammenarbeit im Bereich der Profiloberstufe, verschiedener Arbeitsgemeinschaften und dem gemeinsamen Gebrauch von Einrichtungen wie der Schulcafeteria, dem Bootshaus und Biotop.
  • Wir kooperieren mit Einrichtungen der psychosozialen Versorgung, entwickeln mit diesen Konzepte der Prävention, der Beratung und der individuellen Förderung, um ein gutes Lernumfeld zu schaffen. Hieraus ergeben sich auch diverse Fortbildungsmöglichkeiten.
  • Durch nationale Partnerschaften und internationale Austauschprogramme ermöglichen wir unseren Schülerinnen und Schülern Einblicke in kulturell unterschiedlich geprägte Lebens- und Bildungsformen. Ebenso gewähren wir Schülerinnen und Schülern aus allen Nationen Einblicke in unsere Lebenswelt und nehmen sie mit Neugier, Respekt, Engagement und Verständnis an unserer Schule auf.

Alle Kommunikations- und Partizipationsstrukturen sind auf die Schülerin/den Schüler, seinen Lernerfolg und seine individuelle Entwicklung ausgerichtet.

Damit ein Schüler/eine Schülerin zu Mitschülern, Lehrern und Mitarbeitern jederzeit Kontakt findet, fördern wir partnerschaftliche Umgangsformen, Kommunikation und Gemeinsinn auf der Grundlage von Respekt, Toleranz und Transparenz.

Mit Blick auf die Übernahme von gemeinsamer Verantwortung für einen problemlosen Informationsfluss werden über die institutionellen Gremien hinaus Zusammenkünfte angeregt, die das Wohl des Schülers/der Schülerin im Auge haben und Problemen schon im Ansatz begegnen können. Dazu gehören unter anderem Klassenlehrer- und Jahrgangteams sowie Konferenzen der Fachobleute.


Ebene des Schulmanagements, der Ressourcen, Öffentlichkeitsarbeit und Fortbildung

Das Gymnasium Wildeshausen fördert als Lebens- und Lernort durch seine vorbildliche Ausstattung Identifikation, den Abbau von Aggression und den Aufbau von Verantwortung für Mobiliar und Geräte. Die farblich abgestimmte und lebendige Gestaltung unseres Gebäudes ist Aufgabe der Schulgemeinschaft. Unser besonderes Augenmerk gilt der Sauberkeit und damit der Beachtung des anderen. Die das Schulgebäude umgebenden, weitläufigen Grünflächen dienen der Entspannung, dem ausgelassenen Spiel und einer sportlichen Betätigung, die Ausgleich zur Lernarbeit und zum Unterrichtsraum sein soll. Es versteht sich von selbst, dass Außenanlagen wie ein Klassenzimmer im Freien, unser Biotop oder unser Schulgarten in einen naturnahen und handlungsorientierten Unterricht einbezogen werden. Um einen hohen Ausstattungsstandard zu erreichen bzw. zu erhalten ist unser Schulträger, der Landkreis Oldenburg, in die Verantwortung einzubeziehen.

Alle am Schulleben Beteiligten sind die Visitenkarte unserer Schule. Unser Umfeld partizipiert am Schulleben durch Broschüren, eine professionelle Pressearbeit und eine Homepage, die zeitnah über Lernerfolge, kulturelle und sportliche Aktivitäten informiert.