Informatik am Gymnasium Wildeshausen

Das Fach Informatik ist das jüngste Schulfach, das am Gymnasium Wildeshausen unterrichtet wird. Seit dem Schuljahr 2018/19 bieten wir es im Rahmen des Wahlpflichtbereiches bzw. Wahlbereiches im 11. Jahrgang an.

Was aber bedeutet „Informatik“ eigentlich – was sind die Ziele und Inhalte des Informatikunterrichts?

“In der Informatik geht es genau so wenig um Computer, wie in der Astronomie um Teleskope.”
(Edsger Wybe Dijkstra, niederländischer Informatiker)

Das Wort „Informatik“ ist eine Verschmelzung der Worte „Mathematik“ und „Information“. Definitionsgemäß ist sie die Wissenschaft von der systematischen Darstellung, Speicherung, Verarbeitung und Übertragung von Informationen, besonders der automatischen Verarbeitung mithilfe von Digitalrechnern.

Das mag zunächst etwas sperrig klingen, zeigt aber bereits, dass es in Informatik nicht um Computer geht. Sie sind lediglich ein Hilfsmittel, so wie der Taschenrechner für den Mathematiker und das Teleskop für den Astronom lediglich nützliche Hilfsmittel, nicht aber Sinn und Zweck ihrer Arbeit sind.

Wie keine andere Wissenschaft oder Fachdisziplin hat die Informatik unseren Alltag in den letzten Jahren rasant verändert. Wir nutzen Smartphones und Tablets. Navigationssysteme berechnen den schnellsten Weg an unser Ziel. Doch auch in zahlreichen anderen Geräten sind heute Computer verbaut, in denen Programme für die Steuerung sorgen: Von der „Alexa“ über die Smartwatch bis hin zur Spülmaschine, der Heizung oder medizinischen Geräten im Krankenhaus.

Es sind Algorithmen und neuartige Software, die uns in vielen Bereichen des Lebens den Alltag immer mehr erleichtern sollen. Von der Bestellung von Waren im Internet über die Erstellung immer präziserer Wettervorhersagen, von der Fitness-App bis zu komplexen Industrieproduktionen.

Oft ist uns gar nicht bewusst, wo in unserem Alltag Informatik überall eine Rolle spielt, wo sie uns nutzen kann, wo aber auch eventuelle Probleme lauern.

Natürlich geht es im Informatikunterricht nicht darum, Computer und Geräte zu bedienen. Es geht darum, sie zu verstehen und Technologien und Methoden selber entwickeln zu können.

Die zentrale Grundlage dafür und Kern des Informatikunterrichts ist die Algorithmik – sozusagen also das zielgerichtete Erlernen von Programmiersprachen.

"Wenn man davon ausgeht, dass Programmieren die Sprache des 21. Jahrhunderts ist, kann es nicht sein, dass es in dieser Hinsicht Analphabeten gibt." 
(Ranga Yogeshwar, Wissenschaftsjournalist und Moderator)

Computer sind eigentlich ziemlich „dumm“. Sie können nur das, was ihnen von Menschen einprogrammiert, also sozusagen befohlen wird – das aber unheimlich schnell. Dazu müssen die Programmierer sich aber einer Sprache bedienen, die die Computer „verstehen“. Für den Unternehmer Frank Thelen sind Programmiersprachen heute „die wichtigsten Fremdsprachen“.

Wer Programmiersprachen beherrscht

  • kann die digitale Welt erst richtig verstehen und bekommt eine Ahnung davon, wie Geräte funktionieren, die wir im Alltag ständig benutzen.
  • steigert seine Berufschancen massiv. Informationstechnisches Wissen wird an Bedeutung in Zukunft mehr und mehr gewinnen. Der Beruf des Softwareentwicklers bietet schon heute eine Fülle beruflicher Chancen. Hier bietet sich ein spannendes, vielseitiges und zukunftssicheres Berufsfeld.
  • stärkt seine Fähigkeit, logisch zu denken. Dies hilft nicht nur kurzfristig in Fächern wie Mathematik oder Naturwissenschaften, diese Kompetenz zu besitzen, hilft ein Leben lang.
  • steigert die Fähigkeit, auch nach Rückschlägen, geduldig bei der Sache zu bleiben. Programmiersprachen haben ihre Tücken. Auch erfahrene Programmierer machen Fehler (jeder kennt die „Bugs“ in Computerspielen) und verbringen teilweise viel Zeit damit, sie ausfindig zu machen. Aber auch das trainiert Denkprozesse und bringt den Programmierer dazu, aus Fehlern geduldig zu lernen.
  • lernt strategische Vorgehensweisen. Wer einfach mal „drauflos programmiert“ wird schnell an seine Grenzen stoßen. Programmierer lernen, Pläne zu entwickeln, die zum Erfolg führen und das schon bevor die erste Programmierzeile in den Rechner eingegeben wurde.
  • hat unheimlich viel Spaß und Erfolgserlebnisse. Diesen Punkt darf man auf keinen Fall vernachlässigen. Wer auch nur ein bisschen Interesse am Programmieren hat, erzielt schnell Erfolge, die unheimlich stolz machen können. Denn während zwar auch Fächer wie Mathematik sehr nützlich sind, um das logische Denken zu lernen, ist es noch einmal etwas Anderes zu erleben, wie das selbst geschriebene Programm (eventuell nach diversen Korrekturen) das tut, was es soll. Dies motiviert und schlägt Brücken zwischen Kreativität und Logik. Wer einmal für das Programmieren Feuer gefangen hat, den lässt es nicht mehr los. Nicht selten kommt es vor, dass ein Teilnehmer eines Informatikkurses völlig verblüfft feststellt, dass er plötzlich einen ungeahnten Spaß an Hausaufgaben hat und gar nicht bemerkt hat, wie die Zeit im Fluge vergangen ist.

Vorkenntnisse im Programmieren werden nicht vorausgesetzt. Gelernt werden zwei Programmiersprachen: Wir beginnen im 1. Halbjahr mit „Scratch“, einer visuellen Programmiersprache, die speziell für Einsteiger entwickelt wurde. Im zweiten Halbjahr kümmern wir uns um das vielseitige objektorientierte „Java“ – eine Programmiersprache, die auch die Profis benutzen. Wie das genau geschieht, können besonders interessierte Teilnehmer auch bei Kooperationspartnern aus der Wirtschaft vertiefen.

Über die Algorithmik hinaus werden weitere Themen behandelt: Codierung und Datenübertragung, Datenschutz, Datenstrukturen und Kryptologie. 


Schulbücher

Jahrgangsstufe Lehrwerk
11 Informatik 1 (Schöningh)                                         

Klassenarbeiten / Gewichtung

Klassenstufe/Semester Anzahl Dauer Gewichtung
schriftlich/mündlich
Einführungsphase 11 2 2 Ustd.
40:60


Kerncurricula / Schuleigene Fachcurricula

Nachfolgend finden Sie unseren schuleigenen Arbeitsplan Informatik für das Wahl(pflicht)fach der Einführungsphase zum Download.


Das Fachkollegium: Informatik

Herr Rüdiger Baumgarten Fachobmann Informatik