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Abiturientenentlassung 2011


174 GymnasiastInnen nehmen ihr Abiturzeugnis in Empfang

Der 33. Abitur-Jahrgang des Gymnasium Wildeshausen wurde am 24. Juni 2011 im Schulzentrum offiziell verabschiedet

Turnhalle   Eine derart große Abiturientenentlassung hat das Gymnasium Wildeshausen noch nicht gesehen - am 23. Juni 2011 bekam der 33.Abiturjahrgang unserer Schule während einer Feierstunde seine Abiturzeugnisse übberreicht. Aufgrund des so genannten Doppeljahrganges konnten 174 junge Damen und Herren - nahezu doppelt so viele, wie in den vergangenen Jahren - aus den Händen ihrer Tutoren ihre Reifezeugnisse in Empfang nehmen. Aufgrund der großen Besucherzahl musste dabei auf die renovierte Sporthalle als Veranstaltungsraum zurückgegriffen werden, was sich aber durchaus als Glücksgriff erwies. Optisch geschmackvoll hergerichtet und in helles, freundliches Tageslicht getaucht, entwickelte sich eine wirklich feierliche Atmosphäre. Da störte es auch nicht mehr, dass zum Schutz des neuen Hallenbodens Überschuhe getragen werden mussten.
   In Grußworten bzw. Redebeiträgen des Schulleiters Ralf Schirakowski und des Landrates Frank Eger, der Tutoren Nadine Feldhus-Dierking und Marcus Hemjeoltmanns sowie der Abiturienten Benedikt Reinke und Fynn Schachtschneider wurden die vergangenen Schuljahre humorvoll,aber auch kritisch betrachtet und natürlich die Zukunft in den Blick genommen. Die Wortbeiträge wurden aufgelockert durch musikalische Beiträge der Abiband und des a-cappella-Chors des gleichnamigen Seminarfaches des Abiturjahrgangs. Doch nicht nur die Schule konnte den AbiturientInnen etwas überreichen, diese hatten ihrerseits eine Überraschung für die Schule bereit: Sie überreichten einen Gutschein über drei selbst gefertigte Eichenholzbänke zur Verschönerung des Schulhofes an den Schulleiter.

Linda Baumert, Leonie Mentrup, Christian Kellner, Lena Feldhaus, Djalila Ben Bouchta   Als SchülerInen mit den besten Leistungen wurden Djalila Ben Bouchta (Jahrgangsbeste), Christian Kellner, Leonie Mentrup, Linda Baumert und Lena Feldhaus ausgezeichnet (siehe Foto links).

   Das Gymnasium Wildeshausen gratuliert allen Abiturientinnen und Abiturienten sehr herzlich und wünscht ihnen für die Zukunft alles Gute.

Wer mehr wissen will...


Ein Hauch von Freiheit und Abenteuer

Nordwest-Zeitung (Lokalausgabe "Oldenburger Kreiszeitung"), 24.06.2011

ABITUR 2011   Gymnasium Wildeshausen verabschiedet 174 Schüler - Stimmungsvolle Entlassung

   Wildeshausen - Es war ein wilder, krachender Auftakt, und vor allem einer, der das neue Lebensgefühl der 174 Abiturienten des Wildeshauser Gymnasiums vortrefflich widerspiegelte. Die Rede ist von jenem Moment, als eine Handvoll Schüler zu ihren Musikinstrumenten griff und in der Sporthalle Kid Rocks "All summer long" anstimmte. Doch bevor es nun für die meisten der 18- und 19-Jährigen hinaus in die große weite Welt gehen dürfte, hieß es an diesem Tag auch noch mal kurz innehalten, die 13 beziehungsweise zwölf Schuljahre würdig zum Abschluss bringen und die Abizeugnisse entgegen nehmen.

Schnitt von 2,6

   "Es ist Ihr Tag", machte Schulleiter Ralf Schirakowski gleich zu Beginn der Veranstaltung deutlich. Genießen sollten ihn die Schüler, lautete sein Rat. Und natürlich dürfe man da auch aufgeregt sein. "Alles andere nehme ich Ihnen eh nicht ab", scherzte er.

   Doch bei aller Freude darüber, dass es wieder mal geschafft sei (es war der 28. Abiturjahrgang am Gymnasium), rief sich Schirakowski auch all die kritischen Stimmen in Erinnerung, die Zweifel hatten, ob ein doppelter Abiturjahrgang verwaltungs- und prüfungstechnisch zu stemmen sei. "Ich kann Ihnen (den Skeptikern) sagen: Es ist gelungen. Sehr gut sogar."

   Um diese Aussage zu untermauern, präsentierte er eindeutige Fakten: "Laut Statistik haben wir einen Abidurchschnitt von 2,6 erzielt. Das ist ein Schnitt, den wir auch in den vergangenen Jahren stets erreicht haben", verkündete der Schulleiter nicht ohne Stolz.

Chancen

   Eine Art "Motivationsrede" an die jungen Leute hielt Landrat Frank Eger. Er listete die Vorteile auf, die eine doppelte Anzahl Abiturienten für den deutschen Arbeitsmarkt bedeuten. In Zeiten, wo händeringend qualifiziertes Personal gesucht werde, könne die Wirtschaft nun aus dem Vollen schöpfen. Eger sprach von einer "tollen Ausgangssituation", die jede Menge Chancen für kommende Berufseinsteiger biete. Mit warmen und sehr persönlichen Worten entließ der Landrat die Abiturienten in ihre Zukunft: "Und wenn Sie mal auf die Nase fallen (und das wird passieren), dann stehen Sie gefälligst auch wieder auf." Neben den "offiziellen" Grußansprachen kamen aber auch die Abiturienten zu Wort: Für die Schülerschaft sprachen Benedikt Reinke und Finn Schachtschneider. In einer humorvollen Rede verglichen sie ihre Schule mit einem Piratenschiff, an dem auch Frauen an Bord willkommen seien. ("Gut, dass man so ein Boot nicht rückwärts einparken kann.")

   Laut und rockig hat sie angefangen - die Abientlassungsfeier. Mit eher leisen und nachdenklichen Tönen klang sie aus. "Hey Jude, don't make it bad", sang der Chor. Ein bewegender Abschluss für die 174 jungen Menschen, die auf der Schwelle zu etwas Neuem stehen.

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Tutorenrede von Nadine Feldhus-Dierking und Marcus Hemjeoltmanns

Liebe Abiturientinnen und Abiturienten,
liebe Eltern, Verwandte, Freunde,
liebe Kolleginnen und Kollegen!

Marcus Hemjeoltmanns, Nadine Feldhus-Dierking    Nach 12 Jahren beschließt ein Mann, dass es Zeit für eine neue Jeans ist. Er hatte seine Jeans lange, getragen, immer wieder gewaschen und getrocknet; eine Zeit lang wurde sie immer besser, bequemer, persönlicher, aber irgendwann war es soweit, eine Neue musste her.

   Der Mann betritt das Geschäft. Er äußert sein Anliegen: eine neue Jeans. Die Verkäuferin fragt, was für eine Art Jeans er den haben wolle: Slim fit? Easy fit? Relaxed fit? Boot cut? Oder loose fit? Stone washed? Blue used? Dark blue oder acid washed? Eher zipper fly oder lieber button fly?

   Der Mann ist irritiert. Verzweifelt. Alles, was er will, ist ein neues Paar Jeans. Diese Art von Jeans, die anfangs nie wirklich passte, die unbequem war und die sich erst mit der Zeit immer besser anfühlte. Mit dieser Information kann die Verkäuferin nichts anfangen, sie berät den Mann und dieser verlässt das Geschäft mit der besten Jeans, die er je hatte. Die passendste, bequemste, schönste Jeans jemals. Das Problem: Trotzdem er eine Jeans hat, die viel besser ist als seine Alte, fühlt er sich schlechter. Warum?

   Diese Geschichte illustriert beispielhaft das Leben in unserer modernen Welt. Wir haben die Freiheit der Wahl, immer wieder, persönlich, materiell, professionell. Das Leben ist eine Sache der Wahl. Wir können, nein müssen, immer wieder Entscheidungen treffen. Welche Kurse wähle ich auf erhöhtem Niveau? Welcher Lehrer/welche Lehrerin gibt die besten Noten? An welcher Kursfahrt möchte ich teilnehmen? Welche der beiden Abi-Aufgaben soll ich bearbeiten? Was ziehe ich zum Abiball an? Und Sie werden merken, dass die Entscheidungen der nächsten Monate und Jahre an dieser Schnittstelle Ihres Lebens eher noch schwieriger zu treffen sein werden.

   Wir gehen der Sache näher auf den Grund. Eine gängige These der westlichen Welt dazu lautet:
Je größer die Auswahl, umso größer die individuelle Freiheit. Und: Je größer die individuelle Freiheit, umso größer das Wohlergehen der Menschen.

   So weit. Wir müssen eine Expertenmeinung hinzuziehen. Barry (Bernard) Schwartz, US-amerikanischer Psychologe, hat ein ganzes Buch zu diesem Thema verfasst, es heißt: "Das Paradox der Wahl. Warum weniger mehr ist."

   Und das tat er nur, um die Frage zu beantworten, ob diese konventionelle Wahrheit denn stimme: Ist die große Auswahl, die Maximierung der Freiheit, denn nun gut oder schlecht für die Menschen? Schwarz liefert die Antwort. Sie lautet: "Ja"!

   "Ja" deshalb, weil die Vorteile der individuellen Freiheit und Möglichkeit der Wahl (auch: Multioptionalität) offensichtlich sind. Freiheit ist gut. Wertvoll und wesentlich für das Menschsein. Aber die Frage bleibt: Warum fühlen sich immer mehr Menschen unfrei, unglücklich, unzufrieden? Warum sind immer mehr Menschen depressiv? Warum hat die große Freiheit auch negative Seiten? Eigentlich müsste es doch allen irgendwie ein wenig besser gehen?

   Barry Schwarz beantwortet diese Frage und nennt 4 Gründe:

  1. Bei einem Experiment erhielten Menschen von ihrem Arbeitgeber Geld, um dies für ihre Altersvorsorge anzulegen. Je größer das Angebot an Fonds war, desto weniger Personen handelten und entschieden sich, das geschenkte Geld tatsächlich anzulegen. Das große Angebot kann die Menschen also lähmen, es fällt schwer auszuwählen, es kostet Kraft, ist anstrengend.
  2. Ein weiteres Beispiel: Ich erwarte Freunde, gehe noch kurz in den Supermarkt um ein paar Dinge einzukaufen- und sehe mich konfrontiert mit einer Auswahl an 285 Kekssorten, 75 Sorten Eistee, 175 verschiedenen Salatdressings Ich wähle schließlich ein Salatdressing. Es hat alles etwas länger gedauert. Gut. Aber schon geht es los. Beim Bezahlen an der Kasse stelle ich mir vor, wie viel besser wahrscheinlich das andere Dressing geschmeckt hätte. Ich bedaure meine Wahl bereits beim Verlassen des Geschäftes. Zuhause angekommen muss ich feststellen, dass das Dressing wirklich richtig gut schmeckt. Und trotzdem: Das Bedauern über die nicht-perfekte Wahl muss von der erreichten Zufriedenheit subtrahiert werden. Und: Je größer das Angebot, umso größer der Subtrahent.
  3. Der Psychologe Schwartz beantwortet auch das Jeansproblem, und zwar mit der"Eskalation der Erwartungen". Ist der Mann zunächst völlig ohne Erwartungen in das Geschäft gegangen, so stiegen diese allerdings mit der Wahrnehmung des großen Angebots an. Angebot und Erwartungen entwickeln sich sozusagen proportional. Und solch hohe Erwartungen können eigentlich nur eines: enttäuscht werden. Denn natürlich kneift auch die beste Jeans...und vor allem werden schöne Überraschungen immer weniger wahrscheinlich.
  4. Schließlich ein weiterer Grund für die steigende Unzufriedenheit. Damals, als es nur ein einziges Paar Jeans gab, eines, das schlecht saß, wer war Schuld? : die Welt.
    Heute ist nicht die Welt Schuld, sondern der Mann selbst, denn er wählt aus einem riesigen Angebot aus und selbst wenn er eine unschlagbar bequeme Jeans gekauft hat , so denkt er sich: Vielleicht hätte ich eine bessere Entscheidung treffen können. Und er alleine ist von der Wahl enttäuscht, aufgrund hoher Erwartungen, und fühlt sich schuldig. Sie werden zukünftig ganz viele Entscheidungen treffen. Und Sie alleine sind dafür verantwortlich. Schmeckt das Dressing nicht, haben Sie es gewählt.

   Das Leben ist eine Sache der Wahl.

   Und dabei geht es nicht immer nur um eine Jeans oder ein Dressing. Sie werden sich immer wieder fragen: Wer will ich sein? Sie werden Ihre Identität immer wieder suchen und neuerfinden. Möchte ich studieren oder lieber eine Ausbildung machen? Wo möchte ich studieren? In Deutschland oder in einem anderen europäischen Land? Vielleicht in den USA oder gar in China? Was früher klar war, nämlich man heiratete und hatte Kinder, die Wahl beschränkte sich einzig auf das "Wen?", ist heute zu einer Sache der Wahl geworden: Soll ich heiraten? Wenn ja, soll ich jetzt heiraten oder später? Soll ich erst Karriere machen? Oder doch erst eine Familie gründen? Oder kann ich das Studium /den Beruf mit der Familienplanung unter einen Hut kriegen?

   Und wenn Sie dann berufstätig sind und Familie haben, stellen die neuen Technologien Sie auch immer wieder vor neue Entscheidungen. Denn man kann jetzt praktischerweise eigentlich immer arbeiten und das auch überall. Sie sind in der Sporthalle, Sie sehen Ihrem Kind beim Handballspiel zu, aber natürlich sind Sie erreichbar, über Handy, I-phone, laptop...und natürlich verändert sich das Erleben dieser Zeit mit Ihrem Kind, wenn Sie sich fragen: Soll ich meine e-mail kurz lesen oder nicht? Vielleicht sehe ich doch kurz in meinen Terminkalender? Soll ich ans Telefon gehen, der Anruf könnte wichtig sein...

   Die moderne Welt bedeutet also ein Leben der Entscheidungen, der kleinen und der großen. Und das ist nicht immer nur gut für uns. Soweit.

   Was möchten wir Ihnen mitgeben?

   Vielleicht behalten Sie in den nächsten Wochen und Monaten immer wieder Folgendes im Kopf und im Herzen:

  1. Leben Sie den Moment, denken Sie nicht über vergangene (eventuell falsche) Entscheidungen nach.
  2. Bereuen Sie Ihre Wahl nicht, befreien Sie sich vom Kopfkino der besseren Alternativen.
  3. Wählen Sie - eine Wahl zu treffen ist immer besser als keine Wahl zu treffen. Und Entscheidungen sind selten für die Ewigkeit.
  4. Und eines der entscheidendsten Erkenntnisse von Barry Schwartz:
    "The secret to happiness is: low expectations."
    Das Geheimnis des Glücklichseins ist: niedrige Erwartungen.
    Nehmen Sie Abstand von der Vorstellung "Perfekt".
    Schrauben Sie Ihre Erwartungen nicht wolkenkratzerhoch.
    Geben Sie auch schönen Überraschungsmomenten eine Chance.

   Das Leben ist eine Sache der Wahl.

   Bis hierhin konnten wir Sie ein Stück Ihres Lebensweges begleiten. Und das haben wir sehr gerne getan. Aber jetzt entlassen wir Sie. Und vielleicht haben wir ein wenig dazu beigetragen, Sie für die vielen anstehenden Entscheidungen zu stärken, das wäre schön.

   Geben Sie auf sich Acht.

   Vielen Dank!

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Abiturientenrede von Benedikt Reinke und Fynn Schachtschneider

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Seefahrer und Seefahrerinnen,
liebe Landratten!

Benedikt Reinke, Fynn Schachtschneider   Jetzt, wo sich unser 11-,12-,13- oder 14-jähriger Aufenthalt auf unserem Schulschiff dem Ende entgegen neigt, ist es an uns, die letzten Jahre zu rekapitulieren. Unser Vorgehen war so, wie wir es in unserer Schullaufbahn gelernt haben" Wir suchten bei "Abiunity" - für die Älteren unter uns; es handelt sich um eine sinnvolle Seite, auf der freundliche Schüler ihre Hausaufgaben zur "Korrektur" veröffentlichen. Eben auf jener Seite recherchierten wir nach einer Rede zur Seefahrt, die wir wie einen Schatz bergen wollten. Um nicht zu sagen: "guttenbergen"! Doch zum ersten Mal war Abiunity kein rettendes Eiland für uns. Wir saßen auf dem Trockenen.

   Also gestalteten wir unsere Suche etwas weitläufiger und suchten mit "Google" in den Weltmeeren des World Wide Webs nach Rat. Bei dem Suchbegriff "Seemannsweisheiten" stießen wir lediglich auf folgende: "Frauen an Bord bringen Unglück." Nach sieben Jahren auf diesem Lehrschiff und nach bestandener Reifeprüfung sind wir der festen Überzeugung, dass diese Weisheit keine Daseinsberechtigung mehr hat. Wir möchten uns von diesen veralteten Frauenbildern distanzieren, denn Schiffe werden nicht rückwärts eingeparkt.

Während der Vorbereitung auf unsere Reise vom Heimathafen hinaus auf die Weltmeere sind uns Besatzungsmitglieder aufgefallen. Wir haben hier einige exemplarisch hinausgefischt.

   Hierbei möchten wir Herrn Güttner und Herrn Eggers erwähnen. Wie auch unsere Eltern höchstwahrscheinlich schon festgestellt haben, genoss bei uns der Lehrplan nicht immer höchste Priorität. Wir würden behaupten, bei Herrn Güttner und Herrn Eggers ist es in gewissen Situationen ähnlich. Während Herr Eggers an zahlreichen Feiern der Schiffsbesatzung ausgiebig teilnahm, vergrillte Herr Güttner in den zwei Jahren eine mittelgroße Rinderherde. An Bord war er somit schnell von uns Matrosen als Smutje anerkannt. Herr Eggers dahingegen stieg auf in den Rang des Captain Morgan.

   Unumstritten hat unser Schulleiter das Amt des Kapitäns inne, da er nach außen das Oberhaupt unseres Schulschiffes ist. Nach mehreren Jahren unter seinem Kommando wurde allerdings klar, dass schulintern eher andere Leute das Ruder in der Hand haben. Aufgrund der Entscheidungskompetenz, die sein Amt beinhaltet, sind während unserer gymnasialen Schiffslaufbahn dennoch einige Veranstaltungen mit einem Eisberg kollidiert. Wir Matrosen finden sehr schade, dass Pfingstmittwoch alljährlich der Unterricht stattfindet, obwohl es an anderen Wildeshauser Schulen für die Oberstufe möglich ist, den Stoff an einem Samstag vorzuholen. Einige Ausbilder und Matrosen auf unserem Schiff entwickelten mit der Zeit ein annähernd freundschaftliches Verhältnis. Der Kapitän wahrte hingegen immer eine Distanz.

   Ein offenes Ohr fanden wir Matrosen immer bei Herrn Däubler, der in unseren Augen die Position des Steuermanns unseres Schulschiffes einnimmt. Man hatte stets den Eindruck, dass er für jede Anregung offen war und ehrlich über diese nachdachte. Genau wie die gute Seele und die Freundlichkeit in Person: Manche nennen ihn Alf, wir nennen ihn Herrn Thienemann. Applaus!

   Die Seefahrerei ist, wie sie wahrscheinlich schon gehört haben, aufgrund der Piraterie zu einer gefährlichen Angelegenheit geworden. Obwohl wir ebenfalls gefährliche Freibeuter sind müssen wir uns vor den Piraten Somalias in Acht nehmen. Für den Fall eines Angriffes hatten wir deshalb Herrn Weber an Bord, der seit seinen Urlauben in Krisengebieten sämtliche dort angesiedelten Stammeshäuptlinge zu seinen Freunden zählt.

   Während unserer Zeit an Bord sind uns außerdem zwei Personen besonders ans Herz gewachsen. Sie hatten immer einen lockeren Spruch auf den Lippen und deshalb möchten wir ihnen voller Dankbarkeit folgende Weisheit mit auf den Weg geben: Auf jedem Schiff, ob's dampft ob's segelt, ist einer, der die Putzfrau (...). Auf jedem Schiff ob gross ob klein, einer muss die Putzfrau sein."
Armin und Jörg, herzlichen Dank für eure Späße und euer unermüdliches Schaffen.

   Nahm an Bord wieder einmal die Langeweile überhand kuschelten wir uns zusammen und lauschten dem Seemannsgarn von Käptn Blaubär und Hein Blöd. In unserem Fall sind dies Herr Hemjeoltmanns und Herr Strömer. Wer von Ihnen welche Rolle in Anspruch nimmt, müssen Sie unter sich ausmachen! Ihre Frauen standen wohl oft vor dem verkohlten Essen und fragten sich, weshalb ihr Nachhauseweg wieder länger dauerte als gewohnt, dabei standen Sie nur vor der Schule und strickten fleißig neues Garn.

   Jedes Schiff fährt natürlich unter dem Schutz einer Galionsfigur. Meistens lächelt ein hübsches Frauengesicht vom Bug herab. Mit ihrer Grazie schürt sie bei Außenstehenden Neid. Wir haben uns für die männliche Variante entschieden. Ein drahtiger, robuster, Mittvierziger sollte es sein. Papa Imig, die Wahl fiel auf Sie!

   Besonders an unserem Lehrschiff waren nicht nur die Ausbilder, sondern natürlich auch unser Matrosenjahrgang. Wir segelten mit doppelter Besatzung und aufgrund dessen versuchten einige diese Ungleichung mit halbem Aufwand zu kompensieren. Zwangsläufig folgte der Gang über die Planke. Die Anfangsbegeisterung über den so genannten Doppeljahrgang hielt sich in Grenzen, doch letztendlich dürfen wir feststellen: Wir sind EIN Jahrgang! Zusammengeschweißt durch gemeinsame Fragestellungen, wie:

   Obwohl einige dieser Fragen für uns wahrscheinlich ungeklärt bleiben werden, sind wir froh, nun mit unserem bestandenen Abitur die Reise in die weite Welt antreten zu dürfen. Wir danken dem Lehrerkollegium, unseren Mitmatrosen und vor allem unseren Familien, die uns in der vergangenen Zeit Halt gaben und damit das Kentern verhinderten. Gedankt sei ebenfalls unserer Reederei, dem Landkreis, für die vielen Investitionen an unserem Schiff in den letzten zwei Jahren. Einigen Matrosen wünschen wir eine gute Reise in die weite Welt, anderen eine gelungene Ausbildung und den Studenten und den FSJ'lern sei gesagt: Morgenrot bringt Möwenkot.

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Abiturjahrgang 2011

Nachfolgend die Namen der diesjährigen Abiturienten (unten beim Singen des Abi-Liedes):

Abiturjahrgang 2011

Laura Katharina Abel, Nizmiye Acar, Neele Ahlers, Nina Ahrweiler, Tim Albus, Annika Alms, Alexander Bahrs, Christoph Bartoschek, Larissa Bassow, Anne Bauermeister, Linda Baumert, Kaya Becker, Djalila Ben Bouchta, Christian Bernasko, Reena Bleßmann, Dorothee Böckmann, Thorge Boerma, Thore Bornebusch, Joole Bredehöft, Tien Dung Bui, Julian Bunzel, Jan Busse, Henning Dierks, Simon Dietz, Katharina Dröge, Tobias Düser, Janine Dufner, Collin Duveneck, Dustin Duveneck, Daniel Edzards, Jaro Ehlers, Stephan Ehmke, Daniel Eilers, Falk Ewers, Julia Eylers, Franziska Feiner, Lena Feldhaus, Melanie Fichna, David Fiedler, Julia Fischer Joel Fortkamp, Carina Fortmann, Ronja Giesen, Jana Glowienka, Hannah Gryczan, Sebastian Haberlach, Lennart Hackfeld, Neele Harms, Raphaela Heil, Helen Heinermann, Philipp Heinze, Julia Hilke, Isabell Hjortskov, Sandy Holsten, Tanja Hoppe, Franziska Hubert, Hanna Hübner, Julia Jackowski, Henrik Johansson, Alexander Jürgensen, Florian Kanus, Christian Kellner, Duc Duy Khuong, Constanze Klemm, Maike König, Ann-Kathrine Körber, Svea Johanna Kramer, Marius Kreienborg, Andrej Krist, Natalia Krist, Jonas Krumland, Frank Kucera, Tamara Kürbis, Tuan Anh La, Simon Lammers, Jil Lamprecht, Tim Laue, Ha My Le, Jan Lehmkuhl, Ole Lehmkuhl, Juliane Carina Liedtke, Marlene Lippok, Saskia Löding, Janna Löpmeier, Tanja Logemann, Giang Lu Kim, Johanna Lubasch, Sebastian Giacomo Mastrangelo, Katharina Meerpohl, Sven Meints, Leonie Mentrup, Markus Metschl, Alina Meyer, Maren Meyer, Nike Meyer, Hanike Meyer-Ebrecht, Wiebke Mildes, Julia Möllers, Mona Moikow, Kevin Natz, Merle Neumann, Thuy Phuong Nguyen, Merle Niester, Janine Nuxoll, Sarah Oehlerking, Lasse Oetken, Benjamin Ott, Simon Panneke-Reelfs, Swantje Panschar, Thuy-Dung Pham, Jens Plümer, Piet Pöliking, Alina Pöperny, Franziska Poth, Vera Preiss, Sascha Radl, Oliver Ralle, Benedikt Reinke, Johannes Remke, Ninja Rickwärtz, Anna Römpagel, Julia Roesner, Ole-Christian Rösler, Sarah Romberg, Marie-Christine Saam, Hendrik Sander, Lukas Sanner, Finn Lars Schachtschneider, Marie-Luise Schachtschneider, Louisa Schäfer, Mariann Schäfer, Jaqueline Schaumburg, Ariana Schmidt, Lucas Schneider, Lukas Schneider, Inga Schnier, Dmitrij Scholl, Dennis Schröder, Stephanie Schröder, Michael Schrul, Amelie Schütz, Maike Schweers, Lisa-Marie Schwuchow, Berit-Annika Selzer, Swantje-Katharina Stapf, Birte Staufenberg, Sabine Stigge, Arne Stöver, Jan Strahlendorff, Lea-Marie Strömer, Liridon Stublla, Katharina Stuffel, Sabrina Tangemann, Lisa Terfehr, Alexander Theile, Anna-Lena Thiedemann, Anna Tran, Anna-Marlene Uhde, Julia Marie Ullmann, Vanessa Varnhorn, Julia Wehrenberg, Tatjana Weiselowski, Lisa Marie Welz, Franziska Wenz, Nora Werner, Jan-Henning Wiese, Sören Wiesner, Alicia Wildbredt, Arne Wilkens, Thorben Wilkens, Jannis Wittwer, Dagmar Würdemann, Sarah Zahn, Julian Zunk.

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