Darstellendes Spiel am Gymnasium Wildeshausen

Sie sind willkommen.
Dies ist eine Vorrede.
Sie werden hier nichts hören, was sie nicht schon gehört haben.
Sie werden hier nichts sehen, was sie nicht schon gesehen haben.
Sie werden hier nichts von dem sehen, was sie hier immer gesehen haben.
Sie werden hören, was sie sonst gesehen haben.
Sie werden kein Schauspiel sehen.
Ihre Schaulust wird nicht befriedigt werden.
Sie werden kein Spiel sehen.
Hier wird nicht gespielt werden.
Sie werden ein Schauspiel ohne Bilder sehen.
Sie haben etwas erwartet.
Sie haben vielleicht etwas anderes erwartet.
Sie haben Gegenstände erwartet.
Sie haben eine Atmosphäre erwartet.
Sie haben eine andere Welt erwartet.
Sie sehen hier keine Gegenstände, die andere Gegenstände vortäuschen.
Sie sehen keinen Raum, der einen anderen vortäuscht.
Sie erleben keine Zeit, die eine andere Zeit bedeutet.
Diese Bühne stellt nichts dar.
Das Licht, das uns leuchtet, hat nichts zu bedeuten.

"Unsere Bühne stellt einiges dar!" Schon mehr als zehn theater-bewegte Jahre stellen wir uns jetzt schon dar. Das Fach Darstellendes Spiel, bei uns kurz mit DS bezeichnet, ist seit seiner Einführung im Schuljahr 2000/2001 in der Oberstufe bei Schülern und Schülerinnen gleichermaßen beliebt.

Darstellendes Spiel - kurz DS - kann als drittes musisches Fach von den Oberstufenschülern zur Abdeckung der Belegpflichten im Aufgabenfeld A gewählt werden. Das Fach versteht sich als Ergänzung zum kognitiven Lernen vor allem durch die Schulung von Teamfähigkeit, Kreativität, Selbstwahrnehmung, Selbstdarstellung und Umgang mit der Öffentlichkeit. Persönlichkeitsbildung und emotionales Lernen soll intensiv gefördert werden. Hier in Kurzform einige Lerninhalte und -ziele, die dem Fach zugeordnet werden:

  • Spielpraxis (Körper- und Bewegungsarbeit, Improvisation, Rollenarbeit, szenische Interpretation, Umsetzung dramatischer Vorlagen, Adaption einer Vorlage, Eigenproduktion)
  • Interaktion und Sozialverhalten (Wahrnehmung von Eigen- und Fremdverhalten)
  • Technik und Organisation (Bauformen des Theaters, Bühnentechnik, Öffentlichkeitsarbeit, Kulturpolitik, Planung von Proben und Aufführungen)
  • Theatertheorie (Geschichte des Theaters, Dramentheorie, Theaterkritik)

In jedem Halbjahr wird eine Leistungskontrolle durchgeführt. Diese kann wahlweise praktisch (mit oder ohne theoretischem Anteil) oder theoretisch konzipiert werden. Ein Beispiel für eine praktische Klausur ist die Umsetzung einer kleinen Spielaufgabe mit kurzer schriftlicher Reflexion; für eine theoretische Klausur die Anfertigung einer Rollenbiografie, Vorschläge zur Kürzung und Umstellung von längeren Szenen, Entwurf eines Programmheftes oder die Analyse von Theaterkritiken.

Und welche emotionalen Katastrophen und Episoden haben sich im Theaterforum des Gymnasiums Wildeshausen in den letzten Jahren unter der Leitung der Kurslehrer/innen und AG-Leiter/innen schon ereignet: vom mordenden und leidenden "Hamlet" - selbstverständlich nur "für die Westentasche" (2003) - über das Kinderstück "Hexen Hexen" (2006), die Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt in "Top Dogs" (2005) bis zu den komödiantischen Verwicklungen in "Leben sie noch oder erben wir schon?" (2007). Nicht zu vergessen die unterhaltsamen und kurzweiligen Präsentationen der 10. Jahrgänge.

Das theaterorientierte AG-Angebot

Neben dem eigentlichen  Unterrichtsfach Darstellendes Spiel bietet das Gymnasium Wildeshausen seit vielen Jahren ein breites AG-Angebot für theaterinteressierte SchülerInnen, das von KollegInnen der Fachgruppe Darstellendes Spiel betreut wird:

SchülerInnen ab der 9. Klasse haben die Möglichkeit an der bereits seit 1994 bestehenden AG English Dramatic Society unter der Leitung von Antje Grützmacher teilzunehmen. Mit inzwischen über 20 englischsprachigen Produktionen wie "Corpse Bride" (2008), dem hochaktuellen Stück "Bang Bang, You're dead" zum Thema Amoklauf im Jahre 2009 oder mit "SparkleShark" (2010) bewegten und begeisterten die Spieler und Spielerinnen in den letzten Jahren ihr Publikum.

Seit dem Schuljahr 2008/09 existiert die AG Junges Theater für die Schüler/innen aus den Jahrgängen 5-8 zunächst unter der Leitung von Norbert Hunke. Mit den Produktionen, "Dornröschen war ein schönes Kind..." (2009), der modernisierten Aschenputtel-Version "Über sieben Brücken musst du gehen" (2010) sowie der George-Orwell-Adaption "Hof der Tiere" (2012) eroberten sich auch die Jüngsten der Schule erfolgreich die Bühnenbretter des Forums.

Seit dem Schuljahr 2012/2013 ist diese AG für SchülerInnen aus den 5., 6. und 7. Klassen in das Ganztagsangebot eingebettet. Viele der TeilnehmerInnen haben im Vorfeld das Angebot Theatertraining besucht, sodass sie vorher ein Grundlagentraining absolviert haben, auf das im Jungen Theater aufgebaut wird. Unter besonderen Umständen ist es allerdings auch möglich, ohne diese Qualifikation in die Gruppe einzusteigen, zum Beispiel wenn schon Erfahrungen im Theaterspielen vorliegen. Im letzten Schuljahr wurde das Stück "Pfefferpfirsichpflücken für Anfänger – eine märchenhafte Brautschau" im Rahmen der Veranstaltung KULTUR³ und auf den Thementagen der 5. Klassen mit Erfolg aufgeführt.

Die Kooperation mit der Technik-AG

Beginnend mit dem Schuljahr 2014/15 hat sich eine besondere Kooperation zwischen dem Fach DS und der Technik-AG unter der Leitung von Frau Werner entwickelt. So können Schülerinnen und Schüler des 10. Jahrgangs, die das Unterrichtsfach Darstellendes Spiel gewählt haben, einen Teil der Stunden in der Technik-AG verbringen und sich dort Kenntnisse über die Licht- und Tonanlage, sowie die Programmierung verschiedener zuvor ausgearbeiteter Konzepte aneignen. Mit diesem Wissen sollen sie dann ihre schauspielenden Mitschüler und Mitschülerinnen in den DS-Kursen unterstützen und sie bei der Gestaltung ihrer Szenen beraten und bei Präsentationen mit Licht und Ton begleiten.
Neben dem Einsatz im Unterricht nutzen diese Schülerinnen und Schüler ihr Wissen auch um andere Veranstaltungen wie beispielsweise den Plattdeutschen Lesewettbewerb, die Verabschiedung des Abiturjahrgangs, Kultur3 und Vorträge im Schulforum technisch zu betreuen.

Zur den räumlichen Gegebenheiten:

Seit der Sanierung 2010 sind wir mit unserem neuen Fachraum, einem eigenen Requisitenraum und der modernisierten Bühne bestens vorbereitet um immer wieder die Schaulust unseres Publikums zu befriedigen; in diesem Sinne, Vorhang auf, Licht an!


Klassenarbeiten / Gewichtung

Klassenstufe/Semester Anzahl Dauer Gewichtung
spielpraktische oder theoretische Klausur /mündlich
Einführungsphase 10 2 2 Ustd. 30:70 (bei einer Klausur)
40:60 (bei Aufführung)
Qualifikationsphase,
Gundlegendes Niveau,
kein Prüfungsfach
Q1 1 2 Ustd.

30:70 (bei einer Klausur)
40:60 (bei Aufführung)

Q2 1 2 Ustd.

Ergänzende Erläuterung

Das Fach Darstellendes Spiel wird am Gymnasium Wildeshausen in der Qualifikationsphase ausschließlich als zweisemestriger Kurs in Q1/Q2 auf grundlegendem Anforderungsniveau zur Abdeckung der musisch-künstlerischen Beleg- und Einbringungsverpflichtungen im Aufgabenfeld A angeboten, eine Wahl als Abiturprüfungsfach ist derzeit nicht möglich.


Kerncurricula / Schuleigene Fachcurricula

Vorwort zum Schulcurriculum

Das Land Niedersachsen besitzt kein eigenes Kerncurriculum für das Fach Darstellendes Spiel, sondern es gelten die Curricula aus Hamburg und Berlin. Dabei muss für unsere Schule berücksichtigt werden, dass das Fach erst in der Einführungsphase unterrichtet wird und nicht schon in der Sekundarstufe I wie in anderen Bundesländern.

So sollen natürlich alle Kompetenzen vermittelt und möglichst vielfältig an verschiedenen Inhalten erprobt werden, dennoch sind wir aufgrund der niedersächsischen Stundentafel dazu gezwungen an einigen Stellen exemplarischer zu arbeiten und eine Auswahl zu treffen. Dazu sind die Hinweise im Schulcurriculum selbst zu beachten.


Das Fachkollegium: Darstellendes Spiel

Frau Linda Bülow
Frau Eske David
Frau Vanessa große Hackmann
Frau Antje Grützmacher Fachobfrau Latein Koordination des Ganztagsbetriebes
Frau Annekatrin Meier
Frau Sarina Rick Fachobfrau Darstellendes Spiel
Frau Gaby Tipper Beauftragte für Seminarfächer
Frau Birgit van Koll